Unterschiedliche Reaktionen zu Novartis-Entscheid in Risch

Führungskräfte aus der ganzen Welt wollte Novartis am Zugersee ausbilden. An der Idee eines Ausbildungszentrums hält der Pharmamulti zwar fest. Er will aber alternative und günstigere Standorte verfolgen, die näher am Hauptsitz Basel liegen. Die Zuger Behörden sind enttäuscht. Die Gegner atmen auf.

Drei Männer am Tisch. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Betretene Gesichter (v.l.): Christian Eugster, Novartis, Gemeindepräsident Peter Hausherr, Regierungsrat Heinz Tännler. srf

Der Verzicht auf das Projekt in Risch sei eine «schwere Entscheidung» gewesen, die Novartis bedaure. Novartis hat weiterhin ein Ausbildungszentrum für Führungskräfte aus aller Welt im Auge. Allerdings soll es kostengünstiger sein und näher bei Basel liegen.

Das Unternehmen sei daran, seine «Ressourcenzuteilung» zu überdenken und seinen «strategischen Fokus» neu zu setzen. In diesem Zusammenhang sei der Verzicht auf das Projekt in Risch eine von verschiedenen Massnahmen weltweit.

Der Kanton Zug bedauert den Entscheid von Novartis. Zweifellos hätten sowohl der Kanton als auch die Standortgemeinde Risch vom Ausbildungszentrum profitiert. Auch nach dem Entscheid von Novartis hält der Kanton Zug die laufenden Beschwerde- und Genehmigungsverfahren vorderhand pendent. Nach der Klärung offener Fragen werde Anfang 2014 festgelegt, wie die Verfahren weiter behandelt würden.

Gegner wehrten sich gegen «Privatisierung der Uferlandschaft»

Das 100-Millionen-Franken-Projekt sollte in Risch direkt am Zugersee entstehen. Baudirektor Heinz Tännler (SVP) rief in Erinnerung, dass die eidgenössische Natur- und Heimatschutzkommission das Projekt als sehr positiv gewürdigt und es als Aufwertung der Zuger Seenlandschaft bezeichnet hatte.

Das Gut Aabach wurde 1930 in dem noch heute vorhandenen Park angelegt. Gemäss den nun aufgegebenen Plänen sollten auf dem rund 12,4 Hektaren grossen Gelände das aus mehreren Neubauten bestehende Zentrum entstehen.

Die Gegner des Vorhabens hatten sich unter anderem gegen das riesige Bauvolumen und die «Privatisierung der Uferlandschaft Aabach» gewehrt. Schliesslich aber genehmigten die Rischer Stimmberechtigten im November 2011 eine Änderung des Zonenplans und der Bauordnung zum Gut Aabach.