Uri schafft die Heimarbeit ab, weil Grossaufträge verloren gehen

Der Urner Regierungsrat sieht sich laut einer Mitteilung gezwungen, die Abteilung Heimarbeit Uri per Ende 2014 zu schliessen. Der Grund: Der Bund stellt die beiden wichtigsten Aufträge der Heimarbeit Uri im Umfang von rund 670'000 Franken ein.

Urban Camenzind und Reto Bossi. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind und Heimarbeit-Geschäftsführer Reto Bossi mussten den Entscheid fällen. SRF

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Heimarbeit als alte Tradition

Nähmaschine

Heimarbeit Uri war 1946 gegründet worden. Die Heimarbeiterinnen stellen nach eigenen Angaben etwa Bett- und Tischwäsche, Kleidungsstücke oder Fasnachtskleider her, bessern Militärkleider aus und bieten weitere Handarbeiten an.

Der Betrag entspreche etwa 55 Prozent des gesamten Geschäftsvolumens von Heimarbeit Uri. Angesichts der momentanen Marktverhältnisse sei es nicht möglich, diese Ausfälle auch nur annähernd durch neue Aufträge zu kompensieren oder aufzufangen, begründet die Urner Regierung den Schritt weiter.

43 Personen verlieren ihre Arbeit

Der Regierungsrat bedauert die Schliessung von Heimarbeit Uri und will sich für sozial verträgliche Lösungen für die Angestellten einsetzen. Heimarbeit Uri beschäftigt aktuell 31 Personen mit einem Beschäftigungsgrad zwischen 40 und 100 Prozent. Insgesamt sind es fast 2000 Stellenprozente. Ausserdem arbeiten zwölf Personen in den sogenannten Heimarbeitsgruppen auf Stücklohnbasis.

Die Arbeitsplätze sind auf das Textilatelier Altdorf im RUAG-Areal, sowie die Werkstätten Unterschächen, Isenthal und im Atelier Gurtnellen verteilt. Heimarbeitsgruppen gibt es in den Gemeinden Hospental, Andermatt, Wassen, Meien, Gurtnellen, Silenen, Isenthal, Altdorf und Schattdorf. Diese Verteilung stärkte bisher die Randregionen des Kantons. Die Schliessung von Heimarbeit Uri ist per Ende 2014.