Uri startet grosses Vorsorgeprogramm gegen Darmkrebs

Der Kanton Uri geht aktiv auf die Risikogruppen zu und fordert sie auf, sich einer Darmspiegelung zu unterziehen. Der Kanton Uri übernimmt alle Kosten. Er hat dafür 400'000 Franken bewilligt. Eine Langzeitstudie am Kantonsspital Uri hat ergeben, dass diese Vorsorgeuntersuchungen sehr effektiv sind.

Arzt im Kittel in Grossaufnahme. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Rechtzeitig zum Arzt: Der Kanton Uri intensiviert die Darmkrebs-Prävention. Keystone

In diesen Tagen erhalten alle Urnerinnen und Urner einen Brief des Kantons mit einer Einladung zum Arzt zu gehen und kostenlos eine Darmspiegelung machen zu lassen.

Bund hat bereits nachgezogen

Mit der Finanzierung dieses Darmkrebs-Vorsorgeprogramms hat Uri letztes Jahr landesweit für Aufsehen gesorgt und etwas bewirkt: Unterdessen hat der Bund entschieden, dass die Krankenkassen die Kosten für Darmspiegelungen bei allen 50- bis 70jährigen bezahlen müssen.

Trotzdem sei das finanzielle Engagement des Kantons Uri nicht überflüssig geworden, sagt Gesundheitsdirektorin Barbara Bär gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz. Für die Urnerinnen und Urner sind die Untersuchungen nämlich in jedem Fall gratis, der Kanton übernimmt die Kosten für Franchise und Selbstbehalt. Ausserdem finanziert der Kanton die wissenschaftliche Auswertung der Untersuchungen am Kantonsspital Uri.

Die anderen Zentralschweizer Kantone gehen nicht aktiv auf die Risikogruppen zu. Man werde aber die Urner Untersuchungen beobachten, erklärt der Präsident aller Zentralschweizer Gesundheitsdirektoren, der Zuger Regierungsrat Urs Hürlimann.