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Vater im Wahn erstochen Beschuldigter bleibt wohl in Klinik

Der Staatsanwalt und der Verteidiger sind sich einig: Ein 33-jähriger Mann aus dem Kanton Luzern, der 2015 aus heiterem Himmel seinen Vater mit 27 Messerstichen tötete, hat im Wahn gehandelt und ist daher schuldunfähig. Beide fordern eine stationäre therapeutische Behandlung.

«Dem Wahn hilflos ausgesetzt»

«Rasender Wahn» beschreibt den Zustand wohl treffend, in dem sich der Automechaniker an jenem Tag im Juni befand, als er auf einem Bauernhof in Beromünster seinen Vater erstach. Er erinnere sich an ein Gedankenrasen, das bereits in den Tagen vor der Tat eingesetzt habe, sagte der Beschuldigte am Mittwoch beim Prozess vor dem Kriminalgericht. Er habe sich eingebildet, sein Vater sei ein Tyrann und er müsse ihn als «Drachentöter» umbringen. Seine Tat tue ihm extrem leid. «Ich kann es nicht rückgängig machen.»

Sein Verteidiger sagte, es habe in der Familie keine äusseren Motive wie langjährige Auseinandersetzungen oder nennenswerte familiäre Konflikte gegeben. «Vor ihnen steht ein Mann, der nicht nur Täter ist und war, sondern als Opfer seiner eigenen Krankheit gesehen werden muss.» Er sei dem Wahn hilflos ausgesetzt gewesen. Vor der Tat habe er nie paranoide Gedanken gehabt. Er wurde als der nette junge Mann von nebenan beschrieben.

Cannabis konsumiert

Allerdings konsumierte er seit 2001 regelmässig Marihuana, am Wochenende vor der Tat etwas mehr. Es habe ihn beruhigt, gab er an. Ein Gutachter kam daher zum Schluss, dass er bei der Tat unter einer durch Cannabis induzierten psychischen Störung litt. Ein weiteres Gutachten spricht von einer paranoiden Schizophrenie.

Gestützt darauf beantragten Staatsanwalt und Verteidiger, trotz dem Tatbestand der vorsätzlichen Tötung, wegen Schuldunfähigkeit auf eine Strafe zu verzichten. Dagegen sei eine stationäre therapeutische Massnahme anzuordnen. Der Beschuldigte befindet sich bereits seit zwei Jahren in einer geschlossenen psychiatrischen Klinik. Das Urteil wird zu einem späteren Zeitpunkt schriftlich eröffnet.

Die Tat

Mit einem Messer ging der 33-jährige Mann auf den Vater los und fügte ihm mindestens 27 Stiche oder Schnitte zu. Dabei verletzte er auch lebenswichtige Organe wie Herz und Lunge. Der Vater verstarb. Mit seinem Handy alarmierte der Sohn die Polizei. Er habe seinen Vater niedergestochen, erklärte er ihr.

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