Verteidiger bestreitet Raubmord im Schattdorfer Tötungungsdelikt

Vor dem Urner Landgericht hat am Mittwoch der Prozess gegen einen 55-jährigen Mann begonnen. Ihm wird vorgeworfen, vor zwei Jahren in Schattdorf einen Wirt mit 14 Messerstichen getötet zu haben. Der Angeklagte ist geständig, kann sich aber nicht mehr an die Tat erinnern.

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Prozessstart zum Schattdorfer Tötungsdelikt

2:27 min, aus Schweiz aktuell vom 2.9.2015

Der Oberstaatsanwalt wirft dem Angeklagten Raubmord vor. Der gelernte Koch soll am 24. September 2013, kurz vor 2 Uhr, mit einem grossen Küchenmesser im Restaurant Mühle in Schattdorf den Wirt attackiert und getötet haben. Zudem soll er bei dieser Gelegenheit mehrere tausend Franken gestohlen haben.

Verteidiger plädierte auf Totschlag

Die vorliegenden Fakten liessen nicht auf eine vorsätzliche Tat schliessen. Der Verteidiger wies am Donnerstag zudem auf die beeinträchtigte Gesundheit durch Alkohol und Medikamente, aber auch auf die Persönlichkeitsveränderung des Angeklagten hin. Dazu komme auch die seelische Belastung unter anderem durch Arbeitslosigkeit und Scheitern der Ehe hin. Das könne zu einem massiven Affekt geführt habe.

Der Prozess begann am Mittwoch mit der Befragung des Angeklagten. Dabei bestätigte der Mann sein im April 2013 abgelegtes Geständnis. An die Umstände der Tat könne er sich dagegen nicht erinnern, sagte der Angeklagte. «Ich habe keine Ahnung was abgelaufen ist. Es ist mir nach wie vor ein Rätsel.»

Staatsanwaltschaft fordert 17 Jahre Gefängnis

Er habe sein Opfer seit über 20 Jahren gekannt. Am Tatabend habe es eine Diskussion oder ein Krach mit dem Wirt gegeben. Auf die Frage, warum er ein grosses Küchenmesser mit sich geführt habe, sagte der Angeklagte, er habe Angst gehabt.

Die Urner Staatsanwaltschaft beantragte, den Angeklagten des Mordes, des Raubes, der einfachen Körperverletzung, der Drohung und der wiederholten Tätlichkeiten schuldig zu sprechen. Dafür sei er mit einer Freiheitsstrafe von 17 Jahren, abzüglich der zwei Jahre Untersuchungshaft, zu verurteilen.

Der Prozess wird am Donnerstag mit dem Plädoyer des Verteidigers fortgesetzt.