«Vertrauen muss erarbeitet werden, und das dauert länger»

Seit 100 Tagen ist Adi Achermann Kommandant ad interim der Luzerner Polizei. Er hat das Korps in einer grossen Krise übernommen, mittlerweile sei wieder Ruhe eingekehrt. Innerhalb von drei Monaten das Vertrauen zwischen Basis und Führung wieder vollständig herzustellen, sei ein längerer Prozess.

Adi Achermann, im Dezember 2013 Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Adi Achermann zieht eine positive Bilanz nach 100 Tagen als Interimskommandant der Luzerner Polizei. Keystone

Die Luzerner Polizei zog am Mittwoch Bilanz über ein Jahr, das geprägt war von der Führungskrise im Polizeikorps. Kaderleute hatten sich strafbar gemacht, Fälle von gewalttätigen Polizisten wurden publik. Und als Konsequenz musste der Kommandant Beat Hensler den Hut nehmen.

Transparenz und Integrität vorleben

«Ich habe 100 intensive und interessante Tage hinter mir», bilanziert Adi Achermann, Kommandant ad interim der Luzerner Polizei, seine bisherige Tätigkeit. Er habe versucht, mit vielen Gesprächen, mit Präsenz, Transparenz und Integrität die Wogen zu glätten. Die Stimmung im Korps sei gut.

Trotzdem gebe es noch viel zu tun: «Ich mache mir nichts vor. Vertrauen muss man erarbeiten, und das dauert länger als drei Monate.» Im Mai will die Luzerner Regierung bekannt geben, wer neuer Kommandant der Luzerner Polizei wird. Adi Achermann ist einer der Kandidaten.

«Physisch und psychisch sehr belastend»

«Wir sind auf einem guten Weg», sagt Sicherheitsdirektorin Yvonne Schärli, aber die Zeit sei physisch und psychisch sehr belastend gewesen. Jetzt gehe es darum nach vorne zu schauen. Ziel sei es, dass die Polizei bestmöglich das Tagesgeschäft erledige. «Die finanziellen Rahmenbedingungen sind zwar äusserst schwierig, aber die Polizei hat Lücken und braucht mehr Personal vor allem im Bereich Kriminal- und Sicherheitspolizei.

Markant mehr Tötungsdelikte

Insgesamt war die Kriminalitätslage im Kanton Luzern stabil, bilanziert die Luzerner Polizei. Die Zahl der Straftaten ging um ein Prozent auf 30'402 Fälle zurück. Markant gestiegen ist allerdings die Zahl der Tötungsdelikte von 3 auf 14, Grund dafür sind die Gewalttaten von Menznau und Luthern.