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Legende: Audio Milchpulver und Babynahrung des Milchverarbeiters Hochdorf verkauften sich 2018 schlechter als erwartet. abspielen. Laufzeit 04:06 Minuten.
04:06 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 19.03.2019.
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Verwaltungsrat unter Beschuss Beim Milchverarbeiter Hochdorf bricht der Gewinn ein

  • Der Innerschweizer Milchverarbeiter Hochdorf hat ein schwieriges Jahr hinter sich: Umsatz und Gewinn sind 2018 deutlich unter die Vorjahreswerte zurückgefallen.
  • An der Dividende soll gemäss Antrag aber nicht geschraubt werden.
  • Der grösste Aktionär, die ZMP-Invest AG ist mit dem jetzigen Verwaltungsrat nicht zufrieden und fordert die Absetzung einiger Verwaltungsräte.

Konkret sank der Umsatz im vergangenen Geschäftsjahr 2018 um 6,6 Prozent auf 561,0 Millionen Franken. Beim Betriebsergebnis (EBIT) beträgt der Rückgang 56 Prozent auf 18,6 Millionen und beim Reingewinn gar 79 Prozent auf 8,7 Millionen Franken.

Umsatz- und Gewinnwarnung

Die Dividende soll allerdings unverändert 4 Franken pro Aktie betragen. Der Verwaltungsrat bekräftige damit sein Vertrauen in die festgelegte Strategie und deren erfolgreiche Umsetzung, teilte Hochdorf am Dienstag mit.

Ganz überraschend kommen die Zahlen nicht: Der Konzern musste letztes Jahr zwei Umsatz- und Gewinnwarnungen aussprechen. Der grösste Aktionär, die Genossenschaft der Zentralschweizer Milchproduzenten ZMP, fordert aufgrund der Probleme einen Wechsel im Verwaltungsrat – und Konzernchef Thomas Eisenring ist letzte Woche überraschend zurückgetreten.

Viele Gründe für den Rückgang

Hauptverantwortlich für das Nichterfüllen der Erwartungen sind den Angaben zufolge hauptsächlich das deutlich tiefer ausgefallene Ergebnis der Pharmalys Laboratories SA, der fehlende China-Umsatz, eine Verschärfung der Probleme im Geschäftsbereich Dairy Ingredients sowie ein Einmaleffekt aus dem Verkauf der Tochter Baltic Milk UAB.

Ein «anspruchsvolles Jahr» durchlebte vor allem der Geschäftsbereich «Dairy Ingredients» mit einem Minus beim Umsatz von 12,5 Prozent auf noch 354 Millionen Franken. Der Bereich «Baby Care» hingegen konnte dank der Akquisition von Bimbosan und organischen Wachstums die Verkäufe um 4,3 Prozent auf 169 Millionen Franken steigern.

Grundsätzlich wir halten an der Strategie fest. Aber wenn wir verlustbringende Geschäfte haben, werden diese überprüft.
Autor: Daniel SuterVerwaltungsrats-Präsident Hochdorf Holding AG

Hochdorf will an der Strategie festhalten, sich bis 2020 zu einem global tätigen, profitablen Unternehmen mit Premium-Produkten zu wandeln. Die Strategie gehe auf, sagt Verwaltungspräsident Daniel Suter, aber es brauche länger bis sie umgesetzt sei. Aber zur Zeit seien keine weiteren Zukäufe geplant. «Mit Pharmalys und Bimbosan haben wir grosse Akquisitionen gemacht. Nun müssen diese integriert werden.»

Kritik des grössten Aktionärs ZMP

Gar nicht zufrieden mit dem Geschäftsergebnis ist die ZMP, die grösste Aktionärin der Hochdorf Gruppe. Seine Befürchtungen bestätigten sich, sagt der Delegierte des Verwaltungsrates, Pirmin Furrer auf Nachfrage von SRF News. «Wir stellen fest, dass die Hochdorf AG sehr viele teure Akquisitionen gemacht hat, aber die Erträge bleiben aus.» Die ZMP stelle daher die Strategie und das Management in Frage.

Als Aktionäre können wir nur die Leute auswechseln.
Autor: Pirmin FurrerDelegierter der ZMP-Invest AG

Sie fordert auch, Leute im Verwaltungsrat auszuwechseln. «Wir wollen einen führungsstarken Präsidenten. Im weiteren möchten wir zwei zusätzliche Verwaltungsräte portieren, die neue Kraft und frischen Wind in den Verwaltungsrat bringen.» Das heisst auch: Der ZMP fordert die Absetzung des jetzigen VR-Präsidenten Daniel Suter.

Suter selber findet diese Forderung unangemessen; sie käme einer Übernahme des Unternehmens durch die ZMP gleich. Dies sei überhaupt kein Thema, hält Furrer dagegen. «Wir als wichtiger Aktionär und grosser Geldgeber wollen dazu beitragen, die Firma Hochdorf wieder auf die Erfolgsstrasse zu bringen.»

Die Hochdorf-Gruppe

Die 1895 gegründete Hochdorf-Gruppe mit Hauptsitz im luzernischen Hochdorf betreibt zwei Milchwerke in der Schweiz sowie ein Milchwerk in Deutschland (60 Prozent-Beteiligung). In den Schweizer Milchwerken wird zudem hochwertige Babynahrung hergestellt. Weiter führt Hochdorf ein Cerealienwerk (Weizenkeimverarbeitung) in der Schweiz und eine Ölmühle sowie ein Frucht- und Gemüse-Trocknungswerk in Deutschland. In Südafrika produziert Hochdorf Schokolade für den afrikanischen Markt.

Hochdorf gehört in der Schweiz zu den führenden Nahrungsmittel-Unternehmen und beschäftigte per Ende 2018 weltweit knapp 700 Mitarbeitende. Die Produkte werden in über 90 Ländern an die Lebensmittelindustrie, den Gross- und Detailhandel sowie an den Endverbraucher verkauft.

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