Viktor Vekselberg verliert Machtpoker um Schmolz+Bickenbach

Die Aktionäre haben sich für die Kapitalerhöhung um rund 330 Millionen Franken ausgesprochen. Damit hat der Verwaltungsrat den Machtkampf um das Emmer Stahlunternehmen gegen die Erben der Gründerfamilie gewonnen. Verwaltungsratspräsident Hans-Peter Zehnder wurde wiedergewählt.

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Bildlegende: Der Verwaltungsrat hat den Machtkampf um das Emmer Unternehmen gewonnen. Keystone

Streitpunkt war das Ausmass der Kapitalerhöhung. Der Verwaltungsrat beantragte eine Erhöhung um 330 Millionen Franken. Die Schmolz+Bickenbach Beteiligungs GmbH, welche die Erben vertritt, sprachen sich für 434 Millionen Franken aus. Sie hatten für ihr Vorhaben die Beteiligungsgesellschaft Renova des russischen Investors Viktor Vekselberg ins Boot geholt.

Diverse Aktionäre sprachen in ihren Voten von Geistern, die man gerufen habe und nicht mehr los werde, und von Gauklern, die man nicht brauche.

Vertreter der Gründerfamilie, die Mehrheitsaktionärin ist, setzten sich vergebens für Ihre Anliegen ein. «Wir haben zusammen mit Renova eine realistische Lösung entwickelt, die zur deutlichen Reduktion der Schulden führt», sagte Oliver Thum, der von der Gründerfamilie als Kandidat für den Verwaltungsrat aufgestellt worden ist.

Vor allem die vielen Kleinaktionäre sind zufrieden, dass der Machtwechsel nicht gelang und Viktor Vekselberg das Nachsehen hat. Beim Spezialstahlkonzern soll mit der Kontuinität Ruhe einkehren. Auch Emmens Gemeindepräsident Rolf Born ist mit dem Ausgang für den ortsansässigen Konzern zufrieden. «Wir sind froh, dass nun Klarheit herrscht, dass das Unternehmen sich wieder auf seine Kernaufgabe konzentrieren kann und die Angestellten Sicherheit haben.»