Vollamt für Zuger Stadträte ist vom Tisch

Die Zugerinnen und Zuger wollten am Sonntag nichts davon wissen, dass Stadträte vollamtlich angestellt werden und mehr verdienen. Der Fall des früheren Zuger Finanzchefs Ivo Romer hat die Abstimmung offenbar nicht beeinflusst.

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Bildlegende: In Zug regieren Stadträte auch künftig nicht im Vollamt. Keystone

Mit 53 Prozent der Stimmen sagten die Zugerinnen und Zuger Nein zu höheren Löhnen und vollamtlichen Pensen für ihre Stadträte. Überraschend am Resultat ist, dass diese alte linke Anliegen von praktisch allen bürgerlichen Parteien unterstützt wurde und trotzdem keine Mehrheit fand. Überraschend ist auch, dass der Fall des früheren Finanzchefs Ivo Romer die Abstimmung offenbar nicht beeinflusst hat.

Als im letzten Dezember bekannt wurde, dass Romer in seiner früheren Funktion als Vermögensverwalter eine alte Frau um mehrere Millionen Franken geprellt haben soll, kochte die Diskussion neu auf, ob Stadträte im Haupt- oder im Vollamt tätig sein sollen. Vor allem linke Parteien waren überzeugt, dass die Wahrscheinlichkeit solcher Fälle kleiner ist, wenn Stadträte keiner Nebenbeschäftigung nachgehen dürfen.

Schon im Vorfeld der sonntäglichen Abstimmung war der Fall Romer aber kein grosses Thema mehr, sagte der Präsident des Grossen Gemeinderats, Stefan Moos (FDP). Er geht davon aus, dass die Vorlage deshalb scheiterte, weil sich ein Teil der Bevölkerung an den höheren Stadtratslöhnen störte, während ein anderer Teil das Vollamt ablehnte. In der Kombination sei schliesslich eine Mehrheit zu Stande gekommen.

Für die Linke bleiben vollamtliche Stadträte ein Anliegen, trotz des sonntäglichen Neins. Die SVP sieht diese Frage jetzt beantwortet und will nicht mehr auf das Thema eingehen.