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Wahlen Kanton Luzern Verbände weibeln für Kandidaten – aber erwarten auch etwas dafür

Verschiedene Verbände und Organisationen geben Empfehlungen für die Wahlen in den Luzerner Kantonsrat ab. Entsprechend erwarten sie aber auch, dass diese im Falle einer Wahl in ihrem Sinne politisieren.

Legende: Audio «Wir kontrollieren, ob die Politiker in unserem Sinne abstimmen» abspielen. Laufzeit 04:57 Minuten.
04:57 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 08.02.2019.

Über 800 Kandidatinnen und Kandidaten bewerben sich um einen der 120 Sitze im Luzerner Kantonsrat. Hier den Überblick zu behalten, ist für die Wählerinnen und Wähler nicht einfach. Eine Hilfe für die Wahlen am 31. März können verschiedene Verbände oder Organisationen geben.

Gewerbeverband produziert Werbevideo

So empfiehlt beispielsweise der Luzerner KMU- und Gewerbeverband verschiedene Kandidierende. Diese konnten sich beim Verband für die Unterstützung bewerben. Bedingung dabei sei, dass diese Unternehmer mit Budgetverantwortung seien - und dass sie mindestens seit einem Jahr Mitglied in einem Gewerbeverein seien, sagt der Präsident des Verbandes, Peter With. Für jene, die diese Kriterien erfüllen, rührt der Verband dann beispielsweise in der eigenen Zeitung die Werbetrommel. Und er produziert für alle Kandidierenden ein Werbevideo.

Wir schauen, ob sich die Gewählten dann auch an unsere Empfehlungen halten.
Autor: Peter WithPräsident Luzerner KMU- und Gewerbeverband

Entsprechend erwartet Peter With aber auch, dass die Gewählten im Sinne des Verbandes abstimmen. Dies überprüfe man auch, und man suche notfalls das Gespräch. Wie viel der KMU- und Gewerbeverband in den Wahlkampf investiert, dazu gibt With keine Auskunft.

Umweltverbände haben kein Budget

Klar hingegen ist es bei den Umweltverbänden Pro Natura und VCS Luzern. Diese haben kein Budget für die Wahlen. Aber auch ihnen ist wichtig, dass ihre Interessen im Kantonsparlament vertreten werden. So sagt Elias Vogler vom VCS Luzern: «Wir schauen, wie sich die Kandidierenden zu wichtigen verkehrspolitischen Themen äussern, und geben auf unserer Internetseite dann eine entsprechende Empfehlung ab.» Dabei hoffe er sehr, dass sie nicht nur linke Politikerinnen und Politiker empfehlen könne.

Uns ist es wichtig, dass wir mit bäuerlichen Themen den Zugang in alle Fraktionen haben.
Autor: Stefan HellerGeschäftsführer Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband

Gar nicht auf die Parteizugehörigkeit schaut der Luzerner Bäuerinnen- und Bauernverband. Ihnen sei es wichtig, dass Bauern im Parlament vertreten seien, egal von welcher Partei, sagt Geschäftsführer Stefan Heller. Der Verband stelle eine Liste zusammen mit Kandidaten, welche einen Bezug zur Landwirtschaft haben oder praktizierende Bäuerinnen oder Bauern sind. Für diese macht der Verband dann Werbung, beispielsweise mit Inseraten. Dafür wende der Verband ungefähr 20'000 Franken auf.

Engagieren im Wahlkampf wollen sich auch die Kulturschaffenden. Die IG Kultur Luzern hat allen Kandidatinnen und Kandidaten einen Fragebogen verschickt. Aufgrund der Antworten entscheidet die IG dann, wen sie unterstützt, beispielsweise mit Flyern. Dafür gibt die IG Kultur ungefähr 10'000 Franken aus. Der Rücklauf der Fragebogen sei erfreulich, sagt Eva Laniado, die Geschäftsführerin der IG Kultur Luzern. «Einzig von Seiten der SVP haben wir keine Rückmeldungen erhalten, was uns nicht wirklich überrasscht.» Wer gewählt werde am 31. März sei ihnen sehr wichtig, gerade weil in den nächsten Jahren im Kanton Luzern wichtige kulturpolitische Entscheide anstünden.

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