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Kieswerk-Leiter Gabriel Notz: «Wir müssen mit dem Kies haushälterisch umgehen.»
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Waschanlage für Aushubmaterial Ballwil will Kies weiter zu Kohle machen

Seit 60 Jahren verdient ein Luzerner Dorf mit Kies gutes Geld. Eine Waschanlage soll dafür sorgen, dass das so bleibt.

Ballwil ist ein kleines Dorf mit einer grossen Portion Glück: Auf dem Gebiet der Luzerner Gemeinde liegt ein Moränen-Zug, den ein Gletscher vor gut 100'000 Jahren zurückgelassen hat – und der sich bestens für den Kiesabbau eignet.

Ballwil hat diesen Vorteil schon früh für sich zu nutzen gewusst. Seit knapp 60 Jahren baut das gemeindeeigene Werk Kies ab und verkauft es der Bauindustrie. Das Loch, das dabei entsteht, wird wieder aufgefüllt mit Aushubmaterial, das Bauunternehmer deponieren – dabei verdient die Gemeinde gleich wieder.

Eine wichtige Einnahmequelle für die Gemeinde

«Das Kieswerk ist eine wichtige Einnahmequelle für Ballwil», sagt Roger Mathis, Finanzvorsteher der Gemeinde und Präsident der Kieswerkkommission. «Es spült jedes Jahr rund eine Million Franken in die Gemeindekasse – das erlaubt es uns, die Steuern verhältnismässig tief zu halten und Infrastrukturprojekte zu finanzieren.»

Die Kiesgrube spült jedes Jahr rund eine Million Franken in die Gemeindekasse.
Autor: Roger MathisFinanzvorsteher Ballwil

Das Problem ist allerdings: In schätzungsweise 20 Jahren wird das Kieswerk nichts mehr hergeben. Die Gemeinde will darum die Lebensdauer des Kieswerks verlängern – mittels einer sechs Millionen Franken teuren Aushub-Waschanlage.

Kies aus dem Aushub auswaschen

Die Idee dahinter: Der Aushub, der angeliefert wird, soll nicht einfach mehr deponiert werden, sondern ausgewaschen, da er selber viel Kies enthält. Mit der geplanten Waschanlage kann dieser Kies herausgelöst werden.

Für Gabriel Notz, den Leiter des Kieswerks, böte eine solche Anlage gleich zwei Vorteile. «Wir würden so an Kies herankommen, den wir sonst ungenutzt einfach deponieren würden», sagt er. Und: «Wir würden Kies gewinnen und verkaufen können, und könnten gleichzeitig unsere Reserven in der Kiesgrube schonen.» Die Kiesgrube wäre so nicht schon in 20 Jahren leer – sondern könnte 60 Jahre lang weiter betrieben werden.

Kiesabbau ist im Dorf breit akzeptiert

Ob die Anlage gebaut wird, zeigt sich am 19. Mai. Dann kommt die Vorlage in Ballwil an die Urne. Grossen Widerstand gibt es bis anhin nicht. Die neue Anlage würde weder zu mehr Verkehr oder Lärm führen. Zudem ist der Kiesabbau in Ballwil breit akzeptiert. Und die Aussicht auf weitere 60 Jahre, in der der Kiesabbau zuverlässig Geld in die Gemeindekasse spült, dürfte Kritiker wohl gnädig stimmen.

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