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Gähnende Leere in den Regalen: Hamsterkäufe machen dem Migros-Personal zu schaffen
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 17.03.2020.
abspielen. Laufzeit 02:55 Minuten.
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Wegen Hamsterkäufen Migros Zentralschweiz schiebt Sonderschichten

Kunden stürmen wegen der Corona-Krise die Läden. Eine völlig unnötige Belastung für alle, sagt der Luzerner Migros-Chef.

Der Bundesrat hat am Montag die «ausserordentliche Lage» wegen des neuartigen Corona-Virus ausgerufen – damit hat sich der Ansturm auf die Läden noch einmal verstärkt. Gemäss Felix Meyer, Geschäftsleiter der Genossenschaft Migros Luzern, war der Montag ein «absoluter Spitzentag». Gefragt gewesen sei vor allem Toilettenpapier, lange haltbare Lebensmittel wie Teigwaren, Reis oder Konservendosen – aber auch Tiernahrung.

Personal aus anderen Bereichen hilft aus

Der Sturm auf die Supermärkte bringt die Migros in der Zentralschweiz an den Anschlag. «Wir müssen zusätzliches Personal aufbieten, zusätzliche Logistikprozesse aufziehen und die Beschaffungsbemühungen ausweiten – das zieht unglaublich hohe Kosten nach sich», sagt Meyer.

In den Läden wie auch in der Zentrale würden Sonderschichten geschoben, sagt der Luzerner Migros-Chef. Teilweise werde Personal eingesetzt, das sonst in Bereichen tätig sei, die nach dem bundesrätlich verfügten «Lockdown» geschlossen worden seien, etwa in der Gastronomie. Dennoch: Die Arbeitsbelastung für die Angestellten sei hoch.

«Es gibt keinen Grund für Hamsterkäufe»

Besonders ärgerlich aus Sicht von Felix Meyer: «Das alles ist völlig unnötig. Wir haben keine Versorgungskrise, es gibt keinen Grund für Hamsterkäufe.» Auch könne keine Rede davon sein, dass die Migros von den gegenwärtig hohen Umsätzen profitiere. Zwar werde im Moment viel eingekauft – doch diese Einkäufe würden dann später im Jahr fehlen.

Migros Luzern: Gewinnrückgang im 2019

Die Genossenschaft Migros Luzern hat 2019 weniger umgesetzt und verdient als 2018. Grund dafür seien diverse Umbauten und Preissenkungen, teilte sie am Dienstag mit.

Demnach sanken im letzten Geschäftsjahr die Nettoerlöse um ein Prozent auf 1,4 Milliarden Franken. Das Betriebsergebnis Ebit und das Unternehmensergebnis betrugen je 43 Millionen Franken, rund zwölf Prozent weniger als 2018. Es handelt sich um den tiefsten Jahresgewinn seit 2012.

Felix Meier, Geschäftsleiter der Migros Genossenschaft Luzern, zeigt sich dennoch zufrieden mit dem Jahresergebnis 2019. Wenig optimistisch blickt er aber in die Zukunft: Die Anordnungen des Bundesrats zur Eindämmung der Corona-Krise träfen die Migros hart, sagt er.

Die Fachmärkte sowie die Bereiche Gastronomie und Catering - die rund einen Drittel zum Migros-Ergebnis beisteuern - sind nun mindestens einen Monat geschlossen. Das werde sich im Jahresergebnis 2020 deutlich niederschlagen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 12:03 Uhr; foem

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13 Kommentare

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  • Kommentar von Eva Werle  (Eva Werle)
    Eine riesiges Dankeschön an alle, die unsere Versorgung sicherstellen.
    Wir sollten Sie nicht zusätzlich belasten, und schon gar nicht unnötig.
    Wenn die Hamsterkäufer sich mal klar machen würden, dass Engpässe nur deshalb entstehen und ausgerechnet die Menschen überlastet werden, die an vorderster Front unsere Versorgung sichern, vielleicht werden sie dann mal vernünftig. Oder muss man erst rationieren? Wir sind doch erwachsene Menschen, oder?
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  • Kommentar von jean-claude albert heusser  (jeani)
    Vorschlag Läden erst um 10Uhr öffnen und gestaffelte Einkauf und Stückzshl beschränken!
    Dann hätten die armenn und gestressten Mitarbeiter Zeit die "leergehamsterten Regale" wieder auf zu füllen!
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  • Kommentar von Norbert Zehner  (ZeN)
    … müssen Sonderschichten ziehen und sich exponieren, während die sich sonst immer weit überlegen und eminent wichtig vorkommenden Warmbüro-Beamten und Teppichetagen-Manager sich selber vorsorglich auferlegtes Home Office zurückgezogen haben und da "am arbeiten" seien.
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