Wenn der Matrose mandarin spricht

Die Schifffahrtsgesellschaft Vierwaldstättersee hat seit Anfang April auch zwei Chinesen als Matrosen angestellt. Sie arbeiten vor allem auf dem Touristenschiff Saphir und sorgen dafür, dass chinesische Touristen sich wohl fühlen. Sie sind aber auch ganz normale Matrosen.

Matrose Zhang Xingyong beim Anlegen in Kastanienbaum. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Matrose Zhang Xingyong beim Anlegen in Kastanienbaum. SRF

Seine Sprachkenntnisse seien am häufigsten gefragt, wenn die Passagiere einsteigen, sagt der eine der chinesischen Matrosen, Zhang Xingyong, und fügt lachend an: «Oder wenn sie die Toilette suchen.»

Doch Zhang Xingyong macht sonst, was die anderen Matrosen auch machen: er hilft mit dem Seil beim Anlegen, kontrolliert Billette oder reinigt das Schiff. Auch muss er dieselbe Ausbildung wie alle durchlaufen.

Dazu gehören Kenntnisse des Gesetzes, Sicherheitsfragen, aber auch Wissen über die Region. «Der tiefste Punkt des Vierwaldstättersees ist zwischen Gersau und Beckenried. Circa 214 Meter tief», stellt Xingyong sein Wissen unter Beweis.

«  Ich stelle mir einen medizinischen Notfall vor, dann ist man froh, wenn sich jemand mit diesen Gruppen verständigen kann. »

Werner Lüond
Marketing-Chef, SGV

Die Anstellung der chinesischen Matrosen habe sich bewährt, bilanziert SGV-Marketing-Chef Werner Lüond nach den ersten drei Monaten. Er sei froh, dass die vielen chinesischen Touristen einen Ansprechspartner auf dem Schiff hätten.

«Ich stelle mir einen medizinischen Notfall vor, dann ist man froh, wenn sich jemand mit diesen Gruppen verständigen kann.» Im vergangenen Jahr waren insgesamt 70'000 Chinesinnen und Chinesen auf SGV-Schiffen unterwegs – auf dem «Saphir» stammte jeder zweite Gast aus China.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr