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Unterricht zu Hause Wenn die Küche zum Schulzimmer wird

Martina Amato Schärli unterrichtet ihre Zwillingstöchter (7) in Homeschooling. Im Kanton Luzern ist dies ein Trend.

Zwei Mädchen und eine Frau, die an einem Tisch sitzen und etwas anschauen.
Legende: Martina Amato unterrichtet ihre Zwillings-Töchter Miriana und Chiara (7) aus Überzeugung zu Hause. SRF

Die Kinder der Familie Schärli Amato aus Oberkirch besuchen keine öffentliche Schule und werden zu Hause unterrichtet. Ausschlaggebend war eine Krise und Schulverweigerung. «Ich bin keine Lehrerin, sondern Lernbegleiterin», sagt die Juristin Martina Amato, die sich im sozialen und pädagogischen Bereich weiterbildete. Für das Homeschooling brauchte sie eine Bewilligung des Kantons, sie muss den Lehrplan einhalten und wird kontrolliert.

«Es ist cool mit meiner Mutter als Lehrerin»

Die beiden siebenjährigen Zwillinge sind von ihrer Lehrerin überzeugt: «Es ist cool, wir bestimmen die Pausen, es ist weniger streng und wir erleben mehr», sagen die beiden Zweitklässlerinnen. Das Lernen findet nicht nach strengen Stundenplänen statt. «Es kann durchaus sein, dass wir am späten Sonntagabend noch Lust auf Rechnen haben», sagt Martina Amato. Im Moment stimme diese Unterrichtsform für die Familie. Es könne aber auch sein, dass die beiden Töchter wieder in die öffentliche Schule zurückkehren. «Da bin ich offen.»

Zunahme von Homeschooling

Die Familie Roby Schärli und Martina Amato mit ihren Kindern gehören in der Zentralschweiz einer Minderheit an – es gibt nur ein paar Dutzend Familien, die ihre Kinder zu Hause unterrichten: In den Kantonen Ob- und Nidwalden und Zug ist den Behörden keine Homeschooling-Familie bekannt. In Schwyz sind es momentan zwei Kinder, welche zu Hause unterrichtet werden. Von einem «Boom» hingegen spricht man im Kanton Luzern: Innerhalb der letzten zwei Jahre ist die Anzahl an Homeschooling-Kindern von 10 auf 30 angestiegen.

Uri plant Anpassung des Gesetzes

In diesen fünf Kantonen in der Zentralschweiz ist das Unterrichten zu Hause grundsätzlich möglich – allerdings müssen die Eltern ein Gesuch beim Kanton einreichen, das Bedürfnis begründen und verschiedene Auflagen erfüllen. Uri hat hingegen Handlungsbedarf. Zwar besteht laut Schulgesetz die Möglichkeit, Kinder in Ausnahmesituationen vorübergehend zu Hause zu unterrichten. Für Eltern, die ihre Kinder aber aus anderen Gründen und dauerhaft nicht in die Schule schicken möchten, fehlt bislang eine gesetzliche Grundlage. Bis im Herbst soll ein Entwurf für Richtlinien in Homeschooling und für Privatschulen vorliegen.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17.30 Uhr

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