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Wer folgt auf Konrad Graber? Luzerner Parteien machen der CVP den Ständeratssitz streitig

SVP, Grüne und SP wollen im Oktober 2019 ebenfalls zu den Ständeratswahlen antreten. Dennoch gibt sich die CVP gelassen.

Legende: Audio Die aktuelle Ausgangslage im Kanton Luzern im Überblick abspielen. Laufzeit 05:58 Minuten.
05:58 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 30.08.2018.

Nach fast 40 Jahren verabschiedet sich der Luzerner CVP-Ständerat Konrad Graber vom politischen Parkett, wie er am Mittwochabend überraschend bekannt gab. Graber war auch als möglicher Bundesratskandidat gehandelt worden. Mit seinem Verzicht macht er nun den Weg frei für eine Erneuerung der Luzerner Vertretung im Ständerat.

Bloss: Wer kommt dafür in Frage? Der Berner Polit-Beobachter Mark Balsiger fasst die möglichen Kandidatinnen und Kandidaten auf Twitter in kürzester Form zusammen:

Grabers eigene Partei, die CVP, bleibt auf Anfrage noch vage. Kantonal-Präsident Christian Ineichen sagt: «Führungserfahrung und -qualität würden eine allfällige Wahl sicher begünstigen. Aber auch andere Kriterien spielen eine Rolle. Als Volkspartei haben wir den Anspruch, dass möglichst viele Gruppen vertreten sind: Junge, Alte, Frauen, Männer – einzelne Regionen.»

Nebst den CVP-Nationalräten Andrea Gmür und Leo Müller würden auch die beiden Luzerner Regierungsräte Guido Graf und Reto Wyss in Frage kommen. Sie alle haben sich allerdings noch nicht zu einer möglichen Ständerats-Kandidatur geäussert. Am 25. Oktober wird die Luzerner CVP über den weiteren Fahrplan für die nationalen Wahlen 2019 befinden.

FDP hat bereits nominiert

Einigermassen entspannt kann die Luzerner FDP den Ständeratswahlen entgegenblicken. Deren Delegierte haben bereits den amtierenden Ständerat Damian Müller für eine zweite Amtszeit nominiert.

Müller ist ein Beispiel dafür, dass nicht nur erfahrene National- oder Regierungsräte Chancen auf eine Nomination oder eine Wahl haben: 2015 wurde Damian Müller als 31-jähriger Kantonsrat ins Stöckli gewählt. Überraschungen sind also möglich.

SVP sieht «interessanten Wahlkampf»

Nicht nur die CVP-Delegierten wurden am Mittwochabend von Konrad Grabers Verzicht auf eine weitere Kandidatur überrascht. Auch SVP-Präsidentin Angela Lüthold hat nicht damit gerechnet.

Am Tag danach sagt sie auf Anfrage: «Das ergibt eine neue Ausgangslage. Es ist immer interessanter einen Wahlkampf zu führen, wenn man eine Vakanz angreifen kann. Wir werden auf jeden Fall mit einer Kandidatin oder einem Kandidaten ins Rennen gehen.»

Auch SVP-Präsidentin Lüthold hält sich bezüglich möglicher Namen bedeckt. Sie wolle den Sektionen nicht vorgreifen. Auf der Hand liegen würde etwa eine Kandidatur von Nationalrat Franz Grüter oder Nationalrätin Yvette Estermann.

SP rechnet mit Einer-Ticket

Nebst den bürgerlichen Kandidaturen muss die CVP mit mindestens zwei Konkurrentinnen oder Konkurrenten von SP und Grünen rechnen. Die SP der Stadt Luzern hat bereits Kantonalpräsident David Roth nominiert. «Die Sektionen werden ihre Vorschläge dem kantonalen Parteitag vom 22. November unterbreiten. Es können also noch weitere Namen dazukommen», sagt Vizepräsidentin Priska Lorenz.

Sie geht davon aus, dass die SP schliesslich mit einer Einerkandidatur antreten wird – wie in den vergangenen Jahren. Am aussichtsreichsten wäre wohl eine Ständerats-Kandidatur von Nationalrätin Prisca Birrer-Heimo. Auch sie hat sich noch nicht offiziell dazu geäussert.

«Kampfansage» der Grünen

Am prägnantesten äussert sich der Präsident der Luzerner Grünen, Maurus Frey, zur Ausgangslage für die kommende Ständeratswahl: «Die CVP hat nicht per se Anspruch auf einen Sitz. Es ist eine Marjorzwahl. Da werden Persönlichkeiten in den Ständerat gewählt und nicht Parteien.»

Laut Frey wäre der amtierende grüne Nationalrat Michael Töngi durchaus ein möglicher Kandidat für die Ständeratswahlen. Im Vordergrund stünden im Moment jedoch die kantonalen Wahlen im kommenden März. Definitive Namen für die nationalen Wahlen würden im Frühling 2019 kommuniziert.

Die Luzernerinnen und Luzerner in Bern

Nationalrat

  • Prisca Birrer (SP), seit 2010
  • Yvette Estermann (SVP), seit 2007
  • Ida Glanzmann (CVP), seit 2006
  • Andrea Gmür (CVP), seit 2015
  • Franz Grüter (SVP), seit 2015
  • Leo Müller (CVP), seit 2011
  • Felix Müri (SVP), seit 2003
  • Peter Schilliger (FDP), seit 2012
  • Michael Töngi (Grüne), seit 2018
  • Albert Vitali (FDP), seit 2011

Ständerat

  • Konrad Graber (CVP), seit 2007
  • Damian Müller (FDP), seit 2015

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Ueli Lang (Wochenaufenthalter)
    Nach den Worten des Grünen Parteipräsidenten Maurus Frey sollen Persönlichkeiten in den Ständerat gewählt werden. Ein paar Zeilen weiter wird uns als eine solche ein nichtgewählter Nationalratskandidat, der vor ein paar Monaten nachrutschte, präsentiert. Die Kluft zwischen Anspruch und Wirklichkeit bleibt auf diese Weise ziemlich gross!
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