Zum Inhalt springen

Header

Navigation

Legende: Audio Windräder im Wald sorgen für unterschiedliche Reaktionen. abspielen. Laufzeit 01:43 Minuten.
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 01.05.2019.
Inhalt

Windpark Stierenberg Windräder im Wald – neu und auch darum kritisch beäugt

In Rickenbach (LU) wollen Private drei Windräder bauen; auch im Wald. Nun ist das Mitwirkungsverfahren abgeschlossen.

Die Pläne für einen Windpark auf dem Stierenberg, oberhalb von Rickenbach im Kanton Luzern, gehen in die nächste Phase: Am Dienstag wurde das sogenannte Mitwirkungsverfahren abgeschlossen – Interessierte und Betroffene hatten die Möglichkeit, Kommentare, Hinweise und Kritik anzubringen oder Fragen zu stellen. Diese werden nun in die weitere Planung einbezogen.

Der geplante Windpark mit seinen drei Windrädern hat eine Besonderheit: Zwei der drei Anlagen sollen im Wald zu stehen kommen – etwas, was bis vor wenigen Jahren in der Schweiz noch gar nicht möglich war. «Entsprechend fehlen die Erfahrungen, welchen Einfluss solche Anlagen im Wald auf die dortige Tier- und Pflanzenwelt haben», sagt Priska Wismer. Sie und ihr Mann haben vor ein paar Jahren begonnen, an den Plänen für den Windpark Stierenberg zu arbeiten.

Eine Reihe von Auflagen

Diese fehlenden Erfahrungen sind denn auch ein Punkt, den der WWF Luzern in seiner Stellungnahme im Mitwirkungsverfahren kritisch einbringt. Gleichzeitig bestehe jetzt die Chance, durch eine wissenschaftliche Begleitung des Projekts neue Erkenntnisse zu gewinnen «zur Optimierung der Schadenminderung».

Tatsächlich sei ein solches mehrjähriges Monitoring eine von mehreren Auflagen, sagt Windpark-Initiantin Priska Wismer. Weitere Auflagen seien Ersatzleistungen – sei es für den Wald, der wegen der Anlagen gerodet werden müsste oder für Fledermäuse, die gestört werden könnten. «Beispielsweise planen wir für die Fledermäuse einen Weiher sowie Brutkästen in der Nähe. Neue Lebensräume für die Tiere», sagt Priska Wismer.

Umweltverbände ins Boot holen

Insgesamt geniesse ihr Projekt viel Wohlwollen, so Wismer weiter. Mit den Umweltverbänden, WWF und Pro Natura, seien sie und ihr Mann in Kontakt, um noch vor der öffentlichen Auflage der nötigen Zonenplanänderung die wichtigsten Kritikpunkte ausräumen zu können.

Aktuell liegt das Dossier «Windpark Stierenberg» für die Vorprüfung beim Kanton Luzern. Laut den Initianten könnten die Planänderungen noch diesen Sommer öffentlich aufgelegt werden und so könnte Ende Jahr auch noch die Gemeindeversammlung von Rickenbach über die Pläne abstimmen.

Die wichtigsten Zahlen

Die Anlagen würden den umliegenden Wald deutlich überragen: Die Rotorspitzen der drei Windräder erreichen voraussichtlich eine Höhe von bis zu 180 Metern. Die Naben kämen auf etwa 120 Metern Höhe zu stehen.

Die Investitionen von gesamthaft 15 bis 20 Millionen Franken sollen von Privaten und Firmen getragen werden. Die ganze Anlage soll Strom für bis zu 4600 Haushalte liefern.

Im Kanton Luzern gibt es nebst Rickenbach weitere Projekte für Windkraft-Anlagen. Unweit vom Stierenberg entfernt wurde bereits die Windenergie-Anlage Diegenstal realisiert. Die Genossenschaft hegt laut eigenen Angaben Pläne für einen Ausbau dort.

Ebenfalls angekündigt wurde das Projekt «Bürgerwindpark» im Entlebuch – oberhalb von Escholzmatt sollen mehrere grosse Windräder entstehen.

Und schliesslich gibt es Pläne für einen Windpark auf dem Lindenberg, entlang der Kantons- und Gemeindegrenzen zwischen Hitzkirch (LU) und Beinwil Freiamt (AG). Es handelt sich um ein gemeinschaftliches Projekt dreier Energieversorger. Eine Interessengemeinschaft bekämpft die Pläne.

Schliessen

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen. Mehr

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren. Weniger

Sie haben diesen Hinweis zur Aktivierung von Browser-Push-Mitteilungen bereits mehrfach ausgeblendet. Wollen Sie diesen Hinweis permanent ausblenden oder in einigen Wochen nochmals daran erinnert werden?

6 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Heidi Ho  (Heidi Ho)
    Windräder erzeugen Infraschall, im Umkreis von 15 km messbar. Macht Mensch und Tier krank! Erfahrungsberichte aus DE
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Daniel Bucher  (DE)
    Windräder benötigen Subventionen in mehrfacher Höhe des Ertrags aus Stromverkäufen. Sonst stellt niemand ein Windrad auf. In Deutschland werden ganze Windparks abgebaut, da die Subventionen nach 10 oder 20 Jahren auslaufen und die Produktion damit unwirtschaftlich ist. Weshalb müssen wir alle Fehler wiederholen?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Bringen Sie Referenzen für Ihre Behauptung. So wie sie dasteht ist sie unglaubwürdig.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Felix Bosshardt  (fbosshardt)
    Strom für 4600 Haushalte? Wohl eher für Elektro-Tretroller & Co. Zu welchem Preis spielt offenbar keine Rolle, es ist ja grüner Strom, dann ist Insektenserben egal, Vogelmord ebenso und hunderte Tonnen Beton für die Fundamente im Wald (!). – Ich wünsche mir einen Süneli-Sticker mit "Windkraft nein danke".
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Norbert Zehner  (ZeN)
      Mit Nichten Strom für 4'600 Haushalte: diese Windräder liefern IN SUMME übers ganze Jahr so viel Strom, wie 4'600 Haushalte verbrauchen. Diese Windräder liefern für weniger als 100 Stunden (2-3% der Zeit) im Jahr Strom für mehrere 10'000 Haushalte, in 2'000-3'000 Stunden (30% der Zeit) nicht mal für 1'000 Haushaltungen, für mehrere 100 Stunden (10% der Zeit) gar nichts. Wie soll ein Haushalt so funktionieren? Nur weil alle anderen Nicht-Subventionierten (heute noch gratis) in Bresche springen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen
    2. Antwort von Beat Reuteler  (br)
      Mit Lügen aufräumen: Es sterben keine Vögel deswegen. Insekten auch nicht, abgesehen davon dass wir genügend von denen haben, Hummeli und Bienen mal ausgenommen. Diese fliegen aber die Blüten an, die meist nicht auf mehr als 60m über Boden wachsen. Dazu, Hr. Zehner, Wieviel leifern sie denn in den fehlenden 57-58% der Zeit, von der Sie nichts schreiben? Korrekt wäre, die Anlage liefert pro Jahr ca. 25 GWh. Zu welcher Zeit ist in der CH nicht so wichtig, wir haben genug Wasserkraft f.d. Lücke
      Ablehnen den Kommentar ablehnen