Erneuerbare Energien «Wir bringen die richtigen Player an den gleichen Tisch»

Wer erneuerbare Energien effizient nutzen will, braucht zunächst ein überzeugendes Projekt. Doch damit ist es nicht getan: Die konkrete Umsetzung stellt viele Firmen vor Probleme. «Cleantech Solutions» bietet Unterstützung.

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Bildlegende: Raymond Studer: «Nicht alle Unternehmer haben das Know-how, um ihre guten Ideen umzusetzen - da wollen wir helfen.» SRF/Thomas Heeb

SRF News: Raymond Studer, angenommen ich hätte ein Einfamilienhaus und möchte Solarpanels auf dem Dach montieren, kann ich mich bei Ihnen melden?

Raymond Studer: Natürlich können Sie das. Wir haben auf unserer Webseite unsere Mitglieder veröffentlicht und dort ist sehr gut beschrieben, wie man sich bei diesen Mitgliedern melden kann. Aber Privathaushalte gehören nicht zum Zielpublikum für unsere neue Dienstleistung Cleantech Solutions. Da haben wir andere Zielgruppen wie zum Beispiel Unternehmen, Generalunternehmer oder Investoren.

Wenn ich eine Firma habe und im Bereich erneuerbare Energie eine Idee für ein Projekt, dann könnte ich also von Ihnen profitieren.

Absolut. Vielfach stehen Unternehmer vor dem Entscheid eine gute innovative Idee umzusetzen, aber ihnen fehlen die Ressourcen. Vielleicht auch das Kow how, um solche Projekte wirklich voranzutreiben. Und da unterstützen wir die Unternehmen als Ideengeber, als Innovationscoach, aber auch im Bereich Vernetzung.

Wie sieht das konkret aus, wie können Sie einer Firma helfen, die eine Idee hat?

Das sind grundsätzlich vier Bereiche. Als Erstes machen wir gezielte und schnelle Abklärungen, dann gehen wir einen Schritt weiter und bilden ein Netzwerk, um diese Projekte wirklich zu entwickeln und die richtigen Player an einen Tisch zu bringen. Es gibt in diesem Bereich auch die Möglichkeit, Projekte finanzieren zu lassen, über regionale und nationale Förderprogramme, aber auch internationale. Schliesslich kann man auch im Bereich Projektmanagement unterstützen. Es ist manchmal gut, wenn wir keine «Fachidioten» haben, sondern einen Projektleiter, der die Kompetenzen bündelt und eine Aussensicht mitbringt.

Aber ein solcher Projektleiter kostet natürlich, wie sieht das mit den Kosten aus?

In diesen vier Punkten, die ich erwähnt habe, sind 20 Stunden Arbeit am Anfang gratis, die wir in eine solche Projektentwicklung investieren. Danach ist es natürlich das Ziel, dass das Projekt finanziell getragen wird und die Investoren und Unternehmer von diesem Budget entsprechend entschädigt werden.

Partner dieses Projektes ist der Kanton Luzern, welchen Beitrag leistet die öffentliche Hand?

Der Kanton Luzern ist ein sehr wichtiger Partner für uns. Wir haben mit dem Kanton einen Vertrag abgeschlossen und bis Ende 2019 eine sogenannte Anschubfinanzierung erhalten. Das sind vor allem Gelder aus dem NRP-Fonds, über deren Verwendung wir dem Kanton halbjährlich rapportieren.

Am 21. Mai stimmt die Schweiz über die Energiestrategie 2050 ab. Die Cleantech Solutions ist eine konkrete Umsetzung dieser Strategie. Wie stark hängt das Zentrum von diesem Entscheid ab?

Wir als bürgerlicher Verein befürworten diese Strategie. Es ist aber nicht so, dass ein Nein zu dieser Vorlage der Todesstoss wäre für Cleatech Solutions. Nur schon die Tatsache, dass die Dienstleistung jetzt schon aufgestellt ist, bevor wir überhaupt über das Referendum abstimmen, beweist eigentlich, dass sie in der Wirtschaft und der Politik getragen wird und ein wesentlicher Faktor sein kann – auch ohne Energiestrategie 2050.

Auszug aus einem Gespräch mit Raymond Studer. Das ganze Gespräch können Sie im Audio nachhören. Die Fragen stellte SRF-Redaktor Thomas Heeb.