Naturwald auf dem Glaubenberg Wo sich Auerhahn und Alpenrose ausbreiten sollen

An der Grenze zwischen Obwalden und Luzern befindet sich auf dem Gebiet Glaubenberg neu ein Naturwaldreservat.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Die Nachbarkantone Luzern und Obwalden realisieren in Zusammenarbeit mit dem Bund ein Naturwaldreservat.
  • Der Wald soll sich dort auf 823 Hektaren weitgehend ohne menschliche Eingriffe entwickeln.
  • Das Reservat «Glaubenberg-Fürstein» befindet sich auf dem Areal des Schiessplatzes Glaubenberg und liegt am Rand der Gemeinden Entlebuch LU und Sarnen OW.
  • Im Schutzraum finden sich seltene Moor- und Waldgesellschaften, Tiere und Pflanzen. Im Torfmoos-Bergföhrenwald leben und wachsen bedrohte Arten wie das Auerhuhn oder seltene Flechten.

Mit der Realisierung des Waldreservats könne der einzigartige Lebensraum langfristig geschützt werden, schreibt die Dienststelle Landwirtschaft und Wald des Kantons Luzern. Um Störungen zu vermeiden, gilt auf der Obwaldner Seite seit sieben Jahren eine Wildruhezone. Neu dürfen keine Bäume mehr gefällt und keine Häuser mehr gebaut werden. Ansonsten bleibt das Reservatsgebiet für Wanderer, Jäger und Pilzsammler frei zugänglich.

BildlegendeDie Natur erobert sich ihren Platz langsam zurück. BildlegendeJ. Isenegger (ca. 1930) / P. Hahn (2015)

Vertrag über 50 Jahre

Dass sich das grosse Gebiet gut für ein solches Reservat eignet, hat mit dem Besitzer zu tun, dem Militär. Das hat auf dem Glaubenberg seit Jahrzehnten Schiessstände. Damit wurde verhindert, dass die Landschaft intensiver genutzt wurde.

Das Militär bleibt auch weiterhin präsent, baut seine Schiessstände aber zurück. Mit dem Siegel Naturwaldreservat soll die Landschaft auch die nächsten 50 Jahre unberührt bleiben.

Das Waldreservat schafft nicht nur ein attraktives Naherholungsgebiet, sondern ist auch Teil der Waldpolitik des Bundes. Dieser gibt vor, dass jeder Kanton 10 Prozent seines Waldes als Reservat schützen muss.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr