24-Stunden-Kinderhort Zentralschweizer Premiere in Schattdorf

Die Mutter Kind Institution Haus Magdalena Schattdorf will ihren Hort ausbauen und künftig Kinder auch rund um die Uhr betreuen. Das Angebot soll Eltern entgegenkommen, die abends oder nachts arbeiten müssen. Die Kosten dafür sind allerdings hoch, Betreuungsgutscheine sollen diese abfedern.

Eine Kindergruppe mit Betreuerinnen vor einem Baum. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Kinderhort «Königschind» gehört zur Institution Haus Magdalena für Familien in schwierigen Situationen. zvg

Im Garten des rosa Hauses Magdalena mitten in Schattdorf rennen Kinder herum. Die Institution Mutter Kind bietet Müttern in schwierigen Situationen und ihren Kindern vorübergehend ein Zuhause.

Eine jüngere und eine ältere Frau. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Die beiden Leiterinnen Sarah Niggli (links) und Ruth Jucker. SRF

Nun will das Haus Magdalena sein Angebot umgestalten. Weil immer weniger Mütter und Kinder stationär platziert werden, soll der Kinderhort «Königschind» ausgebaut werden und auch externen Kindern offen stehen. Zudem will der Hort eine Betreuung rund um die Uhr anbieten. Die Nachfrage - vor allem von Eltern, die Schicht arbeiten müssen - sei vorhanden, sagt die designierte Heimleiterin Sarah Niggli.

Kosten und Dauer der Betreuung

Grundsätzliche Bedenken gegenüber diesem neuen Angebot hat Nadine Hoch, die Geschäftsleiterin des Verbandes Kinderbetreuung Schweiz. Einerseits seien die Kosten für eine 24-Stunden-Betreuung hoch und nur für finanziell besser gestellte Familien tragbar. Zudem sei eine externe Betreuung von Kindern über mehrere Tage hinweg für diese nicht förderlich.

Zusatzinhalt überspringen

Situation im Kanton Luzern

Im Kanton Luzern schliessen die meisten Kindertagesstätten zwischen 18 und 19 Uhr. Eine Ausnahme ist die Kindertagesstätte Neverland in Reussbühl. Diese plant, ab 2018 eine 24-Stunden-Betreuung anzubieten.

Mit diesen Bedenken stösst sie in Schattdorf auf offene Ohren. Die Betreuung sei nicht durchgehend für mehrere Tage ausgelegt, erklärt Heimleiterin Ruth Jucker. Vielmehr sehe man sich als Art Tages-Grossfamilie. Ein Problem seien allerdings die Kosten. Ausgebildetes Personal habe seinen Preis, eine Nacht kostet pro Kind 110 Franken.

Hier hofft Jucker auf Finanzierungshilfen via Betreuungsgutscheine. Denn für die Frauen im Haus Magdalena ist klar: Schichtarbeiterinnen, vor allem Alleinerziehende, könnten nicht für diese Kosten aufkommen. Deren Kinder sollten aber nicht auf eine gute Betreuung auch über Nacht verzichten müssen.