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Zu wenig öffentliche Gelder Die Zentralschweiz ist ein hartes Pflaster für Filmschaffende

Legende: Audio Romana Lanfranconi: «Die öffentliche Hand muss ihre Beiträge erhöhen» abspielen. Laufzeit 04:44 Minuten.
04:44 min, aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 26.02.2019.

Wer in der Zentralschweiz Filme machen will, hat es nicht einfach. Zwar kann man an der Hochschule Luzern - Design und Kunst studieren und mit dem Master abschliessen. Danach aber sieht es weniger rosig aus: Die Beiträge an die Filmförderung sind so tief wie fast nirgends sonst.

Die Voltafilm in Luzern gibt es seit 2006, allen Schwierigkeiten zum Trotz. Die Firma besteht aus zwei Frauen und drei Männern. Eine davon ist Produzentin und Regisseurin Romana Lanfranconi. Sie absolvierte ihre Ausbildung an der Zürcher Hochschule der Künste und beendete diese 2006.

Zusammen mit ihrem Studienkollegen Luzius Wespe gründete sie die Filmproduktionsfirma Voltafilm. Dabei sei von Anfang an klar gewesen, dass diese in der Zentralschweiz sein müsse.

Wir dachten damals, in der Innerschweiz kann man gar keine Filme machen.
Autor: Romana LanfranconiRegisseurin und Produzentin

Obwohl: «Im Hinterkopf dachten wir, in der Innerschweiz, da kann man gar keine Filme machen.» Sie sei aber in der Zentralschweiz aufgewachsen und habe ihre Familie hier. Auch beruflich sei es ein guter Entscheid gewesen. «Es gibt ein sehr gutes Netzwerk unter den Filmschaffenden», sagt Lanfranconi, «das ist extrem bereichernd.»

Stiftungen springen ein

Seit zwei Jahren ist es für die Voltafilm möglich, auch eigene Produktionen zu realisieren. Der vorsichtige Start mit Auftragsproduktionen habe sich ausbezahlt. Allerdings müsse man viele, teils sehr umfangreiche Gesuche schreiben, um an Gelder der öffentlichen Hand oder von Stiftungen zu kommen.

Die Albert Koechlin Stiftung zum Beispiel leiste hier gute Arbeit; sie vergibt am Wochenende vom 9./10. März zum zweiten Mal den Innerschweizer Filmpreis. Auch Romana Lanfranconi wird ausgezeichnet.

Eine Filmszene in der ein Vater und ein Sohn an einem Tisch sitzen und miteinander reden.
Legende: Ausschnitt aus dem Dok-Film «Das Leben vor dem Tod»; Romana Lanfranconi wird dafür als Produzentin ausgezeichnet. zvg Volta Film

Im Kanton Zürich ist die Filmförderung deutlich besser dotiert als zum Beispiel in der Region Zentralschweiz. Diese ungleiche Verteilung führt unter anderem dazu, dass nur gerade 10 Prozent der Absolventinnen und Absolventen der Hochschule Luzern nach der Ausbildung in der Zentralschweiz bleiben.

Die öffentliche Hand müsse darum ihre Filmförderung aufstocken. Auch die Hochschule selber könnte daran etwas ändern, sagt Romana Lanfranconi. «Nach der Ausbildung weiss man zu wenig, wie die Filmförderung funktioniert.»

«Wir stehen im nationalen Wettbewerb»

Wie die Ausbildung an der Hochschule aussieht und warum so viele Schulabgänger nach der Ausbildung die Region verlassen, begründet Orlando Budelacci, Vize-Direktor der Hochschule Luzern - Design und Kunst und zuständig für die Filmausbildung, im Gespräch mit SRF-Redaktor Thomas Heeb.

Grundsätzlich sei die Hochschule Luzern einer nationalen Konkurrenz ausgesetzt. «Aber es ist klar, nach dem Studium geht man dorthin, wo es auch Fördergelder gibt.»

«Unserer Ausbildung hat einen Wert»

Die Hochschule Luzern sei daran interessiert, dass viele Filmschaffende in der Region bleiben und dass nach der Ausbildung gute Anschlusslösungen für das Berufsleben bestünden. «Wir sind nicht Politiker und haben deshalb geringen Einfluss auf die Fördergelder. Wir können aber auf den Wert unserer Ausbildungen hinweisen, die auch mithelfen, das kulturelle Erbe zu bewahren.»

Die Studierenden seien indes durchaus darüber informiert, wie die Filmförderung konkret funktioniere. «Zudem treffen wir uns regelmässig mit den Absolventinnen und Absolventen, um unserer Ausbildung bei Bedarf anzupassen.»

SRF 1, Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr

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