Zug und Luzern halten an Geothermie-Plänen fest

Trotz der Erdbeben in St. Gallen bleibt die Energiegewinnung über Tiefenwärme in der Zentralschweiz eine wichtige Option. Sowohl in Luzern als auch in Zug sollen mögliche Standorte geprüft werden. Man müsse aber die richtigen Lehren aus den Vorfällen in St. Gallen ziehen, heisst es bei den Behörden.

Der Bohrturm des Geothermie-Projekts im St. Galler Sittertobel. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Bohrturm des Geothermie-Projekts im St. Galler Sittertobel. Keystone

Bei Bohrungen in grosser Tiefe müsse man immer mit einem Restrisiko leben, sagt Thomas Joller vom Luzerner Baudepartement. «Die Geologie ist so komplex, dass man erst am konkreten Bohrloch weiss, wie der Untergrund aussieht.» Deshalb seien für Geothermieprojekte weniger dicht besiedelte Gebiete vorzuziehen.

Im Kanton Luzern steht vor allem die Region Sursee im Vordergrund. Erste Anfragen von privaten Investoren seien bereits erfolgt, erklärt der Surseer Stadtpräsident Beat Leu. «In Sursee ist der Platz zu knapp für ein solches Projekt.» Für Projekte in der näheren Umgebung sei es nun aber sehr wichtig, dass der Untergrund genau studiert werde, um die Auswirkungen möglicher Erdbeben auf ein Minimum zu reduzieren.

Zug in der Planung noch weniger weit

Etwas weniger weit ist man im Kanton Zug. Doch auch dort will man an der Geothermie festhalten. Am ehesten komme ein Standort im Gebiet Ennetsee bei Risch in Frage, sagt Baudirektor Heinz Tännler gegenüber dem Regionaljournal Zentralschweiz. Es brauche aber noch eine Reihe weiterer Abklärungen, gerade rund um die Risiken eines möglichen Erdbebens.