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Gabriel Galliker-Etter: «Wir setzen auf unsere Klassiker, auch wenn das vielleicht verstaubt wirkt.»
Aus Regionaljournal Zentralschweiz vom 13.03.2020.
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Zuger Traditionsfirma «Wir wollen nicht auf jeden Trend aufspringen»

Die Distillerie Etter stellt seit 150 Jahren Kirsch her. Das soll auch so bleiben - trotz verändertem Trinkverhalten.

Seit Jahrhunderten werden in der Gegend um Zug Kirschen angebaut – Zug gilt als der «Chriesikanton» schlechthin. Und wo Kirschen sind, ist das «Chriesiwasser» nicht weit: Der Kirsch.

Die Zuger Distillerie Etter hat sich ganz diesem hochprozentige Obstbrand aus vergorenen Kirschen verschrieben. Sie feiert heuer ein grosses Jubiläum: Vor 150 Jahren wurde das Unternehmen gegründet, nachdem ein Vorfahre des Gründers bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts als Nebenerwerb Kirsch gebrannt hatte. Das Unternehmen ist noch heute in Familienbesitz – mittlerweile in der vierten Generation.

Das Sortiment ist beschränkt – absichtlich

«Kirsch ist kein einfaches Produkt», sagt Gabriel Galliker-Etter, der die Firma mit ihren rund 20 Angstellten zusammen mit seiner Frau Eveline leitet. «Andere Obstbrände sind vom Geschmack her leichter zugänglich. Kirsch zu mögen, muss man dagegen ein bisschen lernen.» Dennoch hat die Distillerie Etter bis 1981 ausschliesslich Kirsch hergestellt und nahm erst dann weitere Obstbrände wie Williams oder Quitte ins Sortiment.

2011 lancierte Etter einen Zuger Whisky. Dies aber nicht, um den Kirsch zu vernachlässigen, sagt Gabriel Galliker-Etter: «Wir wollten damit zeigen, dass wir ein innovatives Unternehmen sind. Aber der Kirsch wird immer unser Hauptprodukt sein.» Er sei zwar ein Nischenprodukt, aber eines, das einen stabilen Absatzmarkt in über 25 Ländern finde.

Lieber etwas verstaubt als trendig

Sortimentserweiterungen, um neuen Trinkgewohnheiten gerecht zu werden, stünden daher nicht zur Debatte. «Wir wollen nicht auf jeden Trend aufspringen, wir machen lieber unsere Klassiker, auch wenn das vielleicht etwas verstaubt wirkt», sagt Galliker-Etter. Trends könnten schnell wieder ändern, die Kultur von Kirsch und anderen Obstbränden jedoch sei tief verankert. Dies lässt Gabriel Galliker-Etter optimistisch in die Zukunft blicken – auch wenn der Konsum von Alkohol in den vergangenen Jahrzehnten beständig zurückgegangen ist.

Regionaljournal Zentralschweiz, 17:30 Uhr;

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