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Zusammenschluss Skigebiete Konsens fehlt, aber Obwaldner Regierung will weiter abklären

Die Obwaldner und Berner Skigebiete Engelberg-Titlis, Melchsee-Frutt und Meiringen-Hasliberg prüfen den Zusammenschluss. Ziel sei es, alle Interessen zu berücksichtigen.

Eine Gondel der Melchsee Frutt-Bahnen fährt von der Stoeckalp nach Melchsee-Frutt.
Legende: Eine Gondel der Melchsee Frutt-Bahnen. Keystone

Die Bergbahnen Engelberg-Titlis, Meiringen-Hasliberg und die Sportbahnen Melchsee-Frutt unterstützen eine Machbarkeitsstudie mit 100'000 Franken und Eigenleistungen. Dank rund 100'000 Franken von den Kantonen Ob-, Nidwalden und Bern kommt das Projekt in den Genuss von weiteren 100'000 Franken Bundesgeldern aus dem Topf der Neuen Regionalpolitik (NRP), wie der Obwaldner Volkswirtschaftsdirektor Daniel Wyler vor den Medien erklärte.

Konkrete Grundlagen für Entscheid liefern

Ein Team unter der Leitung des ehemaligen Obwaldner Regierungsrats Niklaus Bleiker erarbeitet nun bis spätestens Ende 2021 eine konkrete Grundlage für den Entscheid, ob das Projekt realisierbar ist. Es gehe, so Bleiker, nicht darum, bereits mögliche Verbindungen auszuarbeiten.

Vielmehr kläre man erstmals umfassend ab, ob ein Zusammenschluss finanziell, technisch, touristisch und ökologisch überhaupt machbar sei. Das Resultat der Studie gehe dann an die Politik und die Bahnen, die am Ende entscheiden müssten.

Die Bergbahnen wollen dank der Zusammenarbeit mehr Wochengäste gewinnen. Der Wintertourismus wachse bescheiden, wenn überhaupt, sagte Markus Ettlin von den Sportbahnen Melchsee-Frutt. Der Sommertourismus dagegen habe grosses Potenzial, das man ausnützen wolle.

«Kein genügender Konsens»

Die Studie soll auch einen Beitrag zur Konsensfindung zwischen den Interessengruppen leisten. Eine Masterarbeit der Hochschule Luzern (HSLU) kam nämlich zum Schluss, dass bei den Akteuren derzeit kein genügender Konsens bestehe.

Die Idee einer Verbindung der Tourismusgebiete verfolgen die Bergbahnen in der Zentralschweiz und im Berner Oberland seit 15 Jahren. Das damalige «Schneeparadies Hasliberg-Titlis» hätte mit 51 Transportanlagen und 210 Kilometern Skipisten zu den grösseren Skigebieten der Alpen gehört.

Aus Bedenken wegen des Naturschutzes gab es aber schon bald Widerstand. Erst im Mai 2018 kritisierte die SP im Obwaldner Kantonsrat, dass das Projekt nicht ad acta gelegt werde.

Auch die neuen Pläne stossen bereits auf Opposition: Die Stiftung Landschaftsschutz sprach von einem «anachronistischen Schneeparadies». Die Studie für ein vor vielen Jahren bereits als nicht machbar schubladisiertes Vorhaben werde die Diskussion um die NRP wieder entfachen.

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1 Kommentar

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  • Kommentar von Klaus Waldeck (kdwbz)
    Ich finde das ein solches Konzept sehr gut in die heutige Ski- und Tourismuswelt passen würde und damit die Atraktivität der einzelnen kleineren Skigebiete (auch für den Sommertourismus) mit Sicherheit erheblich steigern könnten. Was meint die Bevölkerung der beteiligten Kantone dazu ?
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