Zum Inhalt springen
Inhalt

Budgetdebatte Kantonsrat 15 Millionen Franken weniger für Prämienverbilligung

Der Kanton Zürich spart bei den Krankenkassenprämien. Rund 15 Millionen Franken weniger bezahlt der Kanton nächstes Jahr um die Prämien zu verbilligen. Dies hat der Kantonsrat am dritten Tag der Budgetdebatte beschlossen. Die linken Parteien sind empört.

Verschiedene Pillen und eine 200er Note
Legende: Die bürgerlichen Parteien im Zürcher Kantonsrat setzen sich durch: Der Kanton spart bei den Krankenkassenprämien. Keystone

Eigentlich wollte der Kantonsrat bereits dieses Jahr weniger Geld für die Prämienverbilligung ausgeben. Er war aber zu spät dran. Nächstes Jahr soll es nun definitiv weniger Geld geben.

Bisher hat der Kanton Zürich die Bundesgelder für die Verbilligung der Krankenkassenprämien um 83 Prozent erhöht. Künftig werden es nur noch 80 Prozent sein. So hat es der Kantonsrat am Montag entschieden. Bekämpft wurde dieses neue Reglement von der linken Ratsseite. Sie wollten 15 Millionen Franken mehr für die Verbilligung – so viel wie in den letzten Jahren.

Grüne: «Zu hohe Kosten für Familien»

«Die Kosten für die Krankenkassenprämien übersteigen die Kosten für die Steuern in vielen Familien bereits deutlich», argumentierte Kathy Steiner, Kantonsrätin der Grünen. Eine Aufstellung des Zürcher Regierungsrats zeigte letzte Woche: Viele Leute bezahlen mittlerweile trotz Prämienverbilligung doppelt so viel für die Krankenkasse wie vor zehn Jahren.

EVP-Kantonsrat Markus Schaaf erklärt das Problem so: «Aus dem Topf der Prämienverbilligung werden immer mehr Leistungen mitfinanziert. Unter dem Strich bleibt so immer weniger Geld für die effektive Prämienverbilligung übrig.»

FDP: «Höhere Kosten bringen mehr Gesundheit»

Die bürgerlichen Parteien liessen sich von diesen Argumenten nicht überzeugen. Man bekomme für die teurere Krankenasse ja auch mehr, so FDP-Kantonsrätin Astrid Furrer. Nämlich eine bessere Gesundheit. Wenn, dann bräuchte es einen Systemwechsel.

Der Kantonsrat stimmte einer Kürzung der Gelder für die Prämienverbilligung mit 110 zu 65 Stimmen zu. Für 2018 plant der Regierungsrat bereits eine weitere Kürzung.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von mario hellberg (fusci)
    Wir hatten das letztes Jahr im Kanton Bern... Mir wurden da als Vater einer fünfköpfigen Familie die Beiträge vollumfänglich gestrichen, dass hiess, monatlich über 1000 Franken für Prämien abdrücken. Das hat uns als typische untere Mittelstandsfamilie extrem belastet! Ich wünsche allen Mittelschichtfamilien in Zürich, dass dieser so rasch als möglich wieder zur Vernunft kommt und andere Sparmöglichkeiten findet. Ev- könnte man ja mal nicht bei den Armen sparen sondern bei den Reichen holen?!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Christine Angst Azevedo (caa)
    Leider ist es ein Trugschluss zu glauben, dass mehr Kosten mehr Gesundheit bringt. Da der Mensch sterblich ist, kann am Ende des Lebens unendlich viel Geld ausgegeben werden mit sehr schlechtem Preis/Leistungsverhältnis. Nur eine Beschränkung des Leistungskatalogen in der Grundversicherung kann helfen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Edi Steinlin (stoni)
    Diese Prämienverbilligung ist in manchen Fällen eine Frechheit. Mir sind Teilzeit arbeitende bekannt, die nachdrücklich sagten, dass sie nicht mehr arbeiten dürfen, da sie sonst die Prämienverbilligung verlieren würden. Diese Gelder sollten ausschliesslich an Familien mit Kindern abgegeben werden.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
      E.Steinlin: Schon mal gehört das es ausser Familien mit Kinder auch andere gibt, oder schon vergessen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen