Zum Inhalt springen
Inhalt

Abschied aus dem Stadtrat Uf widärlüägu Herr Lauber!

In drei Wochen ist der letzte Arbeitstag von Gerold Lauber als Zürcher Stadtrat. Danach will er wieder mehr in die Berge.

Mann mit weissem Hemd vor Schule
Legende: Mit seinem Rücktritt verliert die CVP ihren Sitz im Zürcher Stadtrat. Gerold Laubers letzte Wochen sind angebrochen. Keystone

Er war wohl einer der prominentesten Walliser in Zürich: Gerold Lauber. Zwölf Jahre lang leitete der scheidene CVP-Stadtrat das Schul- und Sportdepartement. Mitte Mai gibt der 62-Jährige sein Amt nun ab.

Zur Person Gerold Lauber

Personen-Box aufklappenPersonen-Box zuklappen

Der gebürtige Walliser Gerold Lauber studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bern. Danach arbeitete er als Jurist bei verschiedenen Versicherungen.

Ab dem Jahr 2000 sass Lauber sechs Jahre im Zürcher Stadtparlament und war dort Präsident der CVP-Fraktion. Vor elf Jahren wurde der in Schwamendigen wohnhafte Lauber dann als Nachfolger von Monika Stocker in die Regierung gewählt.

SRF: In den letzten zwölf Jahren hat sich einiges verändert. Welche Schulreform hat Ihnen am meisten Mühe bereitet?

Gerold Lauber: Ich denke, es ist die Summe und nicht eine einzelne Reform. Ich kann mich gut an die Aufregung erinnern, als die Schulleiter eingeführt wurden. Aber auch die Abschaffung der Kleinklassen und damit die verstärkte Integration war eine gewaltige Herausforderung. Hinzu kam die wachsende Anzahl Schüler und damit die Raumprobleme. Ich glaube, die vielen Reformen haben alle Beteiligten an ihre Grenzen gebracht.

Ihr erstes Jahr als Schul-und Sportversteher war sehr turbulent. In Seebach wurde ein Mädchen von einer Knabengruppe vergewaltigt und im Schulhaus Friesenberg brachte eine Klasse ihre Lehrerin zur Verzweiflung. Ist ihnen dieses erste Jahr besonders in Erinnerung geblieben?

In diesem ersten Jahr ist tatsächlich etwas viel auf einmal passiert. Ich habe zum Teil nur noch beobachtet und mein Umfeld hat mir gesagt, du musst dir das nicht antun. Ich habe dann geantwortet, ich könne nicht nach nur wenigen Monaten im Amt schon zurücktreten. Das war keine einfache Zeit, aber es ist lange her.

Elmar Ledergerber und Gerold Lauber stehen nebeinander und lachen
Legende: Gerold Lauber bei seiner Wahl 2006 in den Stadtrat mit dem damaligen Zürcher Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber. Keystone

Nach den Frühlingsferien sind Sie noch eine Woche im Amt. Was gibt es noch zu tun?

Ich sage es schon lange, ich sollte mit Aufräumen beginnen. In zwölf Jahren ist einiges zusammengekommen. Und die Übergabe muss ich auch noch vorbereiten. Über Auffahrt machen wir noch einen gemeinsamen Stadtratsausflug und dann ist schon mein letzter Arbeitstag. Das gibt eine Zäsur, aber ich habe – vielleicht zu Unrecht – keinen Respekt davor.

Es startet ein neuer Lebensabschnitt für Sie. Welche Zukunftspläne haben Sie gemacht?

Ich möchte meinen Kalender nicht gleich wieder füllen. Ich arbeite sehr gerne handwerklich, dafür hatte ich in den letzten Jahren zu wenig Zeit. Ausserdem will ich wieder mehr Klettern und Bergsteigen gehen und meine Frau und ich sind vor drei Monaten Grosseltern geworden. Ich weiss zwar nicht, was daraus wird, aber Pläne hätte ich schon.

Das Interview führte Dorotea Simeon.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.