Zum Inhalt springen

Ärzte unzufrieden Zürcher Regierungsrat greift im Tarifstreit ein

Ab dem 1. Januar gilt für ambulante ärztliche Behandlungen ein provisorischer Tarif. Es ist derselbe wie bisher. Zu wenig, sagt die Ärztegesellschaft.

Legende: Video Zürcher Regierung greift im Tarifstreit ein abspielen. Laufzeit 2:31 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 22.12.2017.

Ärzte und Krankenversicherer haben sich auch in diesem Jahr nicht auf neue Tarife für die ambulante ärztliche Versorgung im Kanton Zürich einigen können. Wie der Regierungsrat mitteilt, hat er deshalb erneut die Tarife ab dem 1. Januar 2018 provisorisch festgelegt.

Ärzteschaft beklagt zu tiefen Taxpunktwert

Gesundheitsdirektor Thomas Heiniger (FDP) verhehlt dabei nicht, dass er sich über den erneut nötig gewordenen Eingriff ärgert: «Die Parteien behaupten zwar, sie seien am verhandeln, nur finden sie nie eine Lösung.» Es wäre besser, die Ärztegesellschaft und Krankenversicherer würden die Verhandlungen zumindest als gescheitert erklären. Dann könnte die Zürcher Gesundheitsdirektion definitive Tarife bestimmen.

Für die Krankenkassen ist es von Vorteil, wenn wir uns nicht einigen.
Autor: Josef WydlerPräsident Zürcher Ärztegesellschaft

Doch die Zürcher Ärztegesellschaft (AGZ) will weiter für einen höheren Taxpunktwert kämpfen. Die Schuld, dass es noch immer keine Einigung mit den Versicherern gibt, liege bei den Kassen, sagt Josef Wydler, Präsident der AGZ: «Es ist doch ganz klar: Solange wir uns nicht einigen, müssen die Krankenkassen weniger zahlen.» Konkret fordert die Ärztegesellschaft eine Erhöhung des Taxpunktwerts von heute 89 Rappen auf 92 Rappen. Der heutige Taxpunktwert entspreche in keiner Weise der wirtschaftlichen Realität in den Arztpraxen, so ihre Begründung.

Die Versicherer dagegen möchten den Taxpunktwert auf 88 Rappen senken. Den Vorwurf der AGZ lässt Sandra Kobelt, Mediensprecherin des Krankenkassenverbands Santésuisse, nicht auf sich sitzen. «Es ist unsere Aufgabe, uns im Namen der Prämienzahler dagegen zu wehren, dass Ärzte weiterhin gleich viel verdienen.»

Wir halten an unserer Aufgabe fest, für gute Konditionen für die Prämienzahler zu sorgen.
Autor: Sandra KobeltSprecherin Santésuisse

Ambulante Leistungen werden seit 2004 nach der gesamtschweizerisch einheitlichen Tarifstruktur Tarmed verrechnet. Bei der Einführung galt im Kanton Zürich noch ein Taxpunkt von 97 Rappen, der inzwischen auf 89 Rappen gekürzt wurde.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

1 Kommentar

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Beat Gurzeler (B.Gurzeler)
    Bei mir persönlich passiert , 3 Tage Unispital Zürich praktisch nichts gemacht, Kostenabrechnung Fr. 8000.- aufgeteilt , 55% Kanton + 45% Krankenkasse, an Krankenkasse gemeldet , innert kurzer Zeit bezahlt von der Krankenkasse ( Ihren Anteil . Bei den ambulanten Behandlungen streitet man sich um einen Rappen für mich einfach krank. Das gleiche bei den Generika die im Ausland um einiges billiger sind, zur gleichen Qualität als in der Schweiz hergestellt, ja ja die hohen Kosten, Schweiz.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen