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«Affäre Mörgeli» Uni Zürich: Iris Ritzmann zu Unrecht entlassen
Aus Schweiz aktuell vom 21.11.2019.
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Affäre Mörgeli Universität Zürich hat Ritzmann zu unrecht gekündigt

Die Entlassung der Professorin Iris Ritzmann war willkürlich und ist damit unwirksam, sagt das Verwaltungsgericht.

Es war Ende April 2014, als die Universität Zürich die langjährige Mitarbeiterin des Medizinhistorischen Museums entliess. Ihr wurde Amtsgeheimnisverletzung vorgeworfen. Sie soll vertrauliche Informationen an Journalisten weitergegeben haben.

Die Kündigung stützte die Universität auf eine breit angelegte Überwachung von Telefonanrufen und E-Mails sowie auf Beweise, welche die Staatsanwaltschaft bei einer Hausdurchsuchung bei Iris Ritzmann gefunden hatte.

Beweise illegal beschafft

Das Problem: Diese Beweise sind nicht zulässig, hat nun das Zürcher Verwaltungsgericht entschieden. Die Staatsanwaltschaft habe diese Beweismittel nämlich rechtswidrig beschafft, weshalb sie nicht gültig sind.

Das Verwaltungsgericht kommt deshalb zum Schluss, dass die Universität diese Beweismittel auch nicht für die Kündigung hätte berücksichtigen dürfen. Und ohne diese Beweise gebe es keinerlei Veranlassung, ein Kündigungsverfahren gegen Ritzmann einzuleiten. Die Kündigung erscheine daher gänzlich unmotiviert und willkürlich.

Chronologie der «Affäre Mörgeli»

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  • Die Staatsanwaltschaft Zürich hatte Ritzmann im Sommer 2014 wegen mehrfacher Verletzung des Amtsgeheimnisses angeklagt. Sie soll einem Journalisten des «Tages-Anzeigers» Informationen zugespielt haben.
  • Der «Tages-Anzeiger» hatte am 11. September 2012 einen kritischen Artikel über die Tätigkeit von Christoph Mörgeli, dem damaligen Kurator des Medizinhistorischen Museums der Universität Zürich, publiziert.
  • Im betreffenden Artikel wurden zwei Berichte erwähnt, in denen die Leistung von Mörgeli als mangelhaft bezeichnet worden sein soll. Die Universität reichte Strafanzeige gegen Unbekannt ein.
  • Die Staatsanwaltschaft untersuchte daraufhin sämtliche Festnetz- und Mobiltelefonanschlüsse und die E-Mail-Adressen der Mitarbeiter. Sie suchte nach Kontakten von Uni-MItarbeitenden zu Zeitungsredaktionen beziehungsweise Journalisten.
  • Dieses Vorgehen war rechtswidrig, hat das Verwaltungsgericht nun festgehalten. Somit sind auch die gesammelten Beweise ungültig.

«Gerührt und erfreut»

In einer ersten Reaktion zeigt sich Iris Ritzmann gegenüber Radio SRF erleichtert über den Entscheid: «Ich bin gerührt und freue mich sehr darüber, dass diese langen sieben Jahre in Ungewissheit mit diesem Urteil vorüber sind.» Sie hofft, dass sie jetzt regulär als Angestellte an die Universität Zürich zurückkehren kann.

Allerdings ist das Urteil noch nicht rechtskräftig. Es kann ans Bundesgericht weitergezogen werden. Ob die Universität dies macht, ist noch nicht klar. Auf eine entsprechende Anfrage des «Regionaljournals» antwortete eine Mediensprecherin, das Urteil werde nun genau analysiert und dann entschieden, ob es weitergezogen werde.

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