Affenversuch: Zürcher Tierschützer kämpfen weiter

Tierschützer wollen verhindern, dass Universität und ETH Zürich einen Tierversuch mit Rhesusaffen durchführen. Sie haben ihren Rekurs ans Verwaltungsgericht weitergezogen.

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Bildlegende: Ein Rhesusaffe: Mit drei seiner Artgenossen wollen Universität und ETH Zürich forschen. Keystone

Mit dem Tierversuch will das Institut für Neuroinformatik der ETH und der Universität Zürich die Ursachen von psychischen Krankheiten wie Depressionen oder Schizophrenie erforschen. Die Forscher planen den Versuch mit drei Rhesusaffen, welchen Elektroden ins Hirn implantiert werden. In einem Stuhl fixiert, haben die Affen dann an einem Bildschirm verschiedene Aufgaben zu lösen.

Das Ziel dieser Forscher sei derart wichtig, dass die Tierversuche zu rechtfertigen seien – zudem seien die Versuche so angelegt, dass die Tiere möglichst wenig leiden müssten, befand der Zürcher Regierungsrat im Dezember 2015 und lehnte einen Rekurs der Tierschützer ab.

«Der Versuch ist den Affen nicht zumutbar»

Dies sei ein Fehlentscheid, kritisiert Claudia Mertens, Fachfrau für Tierversuche beim Zürcher Tierschutz: «Der mögliche Nutzen für den Menschen steht in keinem Verhältnis zum Leiden der Tiere.» Darum sei der Versuch den Affen nicht zumutbar. Den Weiterzug des Rekurses haben die Tierschützer bereits angekündigt, nun haben sie den Worten Taten folgen lassen.

Verzicht auf Affenversuch ist kein Thema

Die Forscher bedauern diesen Schritt und können ihn nicht nachvollziehen. Schliesslich hätten mehrere Stellen den Versuch genau geprüft und abgewogen, ob es ihn wirklich brauche, meint Valerio Mante. Der Uni-Professor leitet die betroffene Forschungsgruppe.

Und er erinnert daran, das es ohne Tierversuche einfach nicht gehe:«Praktisch jede Errungenschaft der modernen Medizin hängt direkt oder indirekt von Tierversuchen ab. Und wenn wir Fortschritte wollen, dann müssen wir Verantwortung übernehmen und die Versuche in der Schweiz durchführen, wo wir die besten Gesetze und die strengsten Tierschutzvorschriften haben.»

Auf den Affenversuch zu verzichten, ist für Valerio Mante kein Thema. Er geht davon aus, dass der Rechtsstreit zu Gunsten von Universität und ETH ausgeht. Ob das so sein wird, das entscheidet jetzt also das Verwaltungsgericht.