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Zürich Schaffhausen Alles rund ums Kartenspiel

Jassen, Tarot, Zauberei – das Museum zu Allerheiligen in Schaffhausen zeigt eine Ausstellung über Spielkarten. Da sind auch überraschende Perlen darunter wie Pin-Up-Girls statt Damen oder jene Tarotkarten, mit denen James Bond in «Live and Let Die» Jane Seymour bezirzt.

Kaum ein Spielgerät ist beliebter als die gute alte Spielkarte. Es ist die Kombination von Glück und Verstand, welche die Faszination von Kartenspielen ausmacht, und dies rund um den Erdball und quer durch alle soziale und Altersschichten. Weltweit sind heute mehr als 500 verschiedene Kartenspiele bekannt.

Spielsets für den Irak-Krieg

Die Sonderausstellung des Museums zu Allerheiligen mit dem Titel «Lust auf ein Spiel?» zeigt Spielkarten von anno 1500 bis in die Gegenwart. Da gibt es auch Kurioses zu sehen, zum Beispiel Spielkarten, welche die US-Arme zu Saddam Husseins Zeiten an ihre Soldaten verteilte, damit diese die gesuchten Köpfe der damaligen irakischen Regierung kennenlernten. Zu sehen sind aber auch Schriftdokumente, Spieltische, Gemälde sowie Film- und Tonauschnitte rund ums Kartenspiel.

Das Museum zu Allerheiligen besitzt die umfangreichste Spielkartensammlung der Schweiz. 1988 schenkte die Speilkartenfabrik AGMüller in Neuhausen am Rheinfall – damals Monopolistin in ihrer Branche – dem Museum ihren Fundus an nationalen und internationalen Spielkarten. Das Museum erweiterte die Sammlung seither durch Zukäufe und Schenkungen. Heute besitzt es 16'000 verschiedene Kartenspiele.

Jassen und Pokern im Museum

Am 21. August organisiert das Museum einen grossen Spieltag für Jung und Alt. Aber auch in der Ausstellung darf gejasst und gepokert werden: Es stehen Spieltische und Karte aller Art zur Verfügung. Museumsdirektorin Katharina Epprecht: «Wir hoffen, dass in der Ausstellung tatsächlich miteinander geredet und gespielt wird.»

Wie alt ist der Jass?

Schweizweit taucht der Begriff «Jassen» 1796 zum ersten Mal auf, und zwar in einem Ratsprotokoll der Stadt Schaffhausen. Ein paar Bürger von Siblingen mussten sich damals rechtfertigen, weil man ihnen Spielsucht vorwarf: Sie jassten zu viel. Der Protokollband mit dem entsprechenden handschriftlichen Eintrag ist in der Ausstellung ausgestellt.