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Ambulant vor stationär Zürcher Patientenstelle ist wachsam

14 Behandlungen dürfen Zürcher Spitäler nur noch ambulant durchführen. Das Wohl der Patienten soll nicht zu kurz kommen.

Ärzte im Operationssaal
Legende: Bei einer ambulanten Behandlung verlassen die Patienten das Spital kurz nach der Operation. Keystone

Mehr ambulante Behandlungen, weniger stationäre – das ist seit dem Jahreswechsel die Devise an Zürcher Spitälern. Seither ist eine Liste in Kraft mit 14 Eingriffen, bei welchem der Patient oder die Patientin nur noch im Ausnahmefall über Nacht im Spital bleibt. Die Zürcher Gesundheitsdirektion möchte so ihre Gesundheitskosten senken. Bei ambulanten Eingriffen bezahlt der Kanton nämlich nichts.

Hoher bürokratischer Aufwand als möglicher Stolperstein

Die Zürcher Patientenstelle befürchtet allerdings, dass die Spitäler aufgrund der neuen Devise zu wenig Rücksicht auf den Einzelfall nehmen. So könnte es sein, dass Patienten trotz Komplikationen bei einem Eingriff noch am gleichen Tag entlassen würden, schildert Geschäftsleiterin Erika Ziltener ihre Sorge. Denn die Umwandlung eines ambulanten Eingriffs in einen stationären Eingriff ist für die Spitäler mit einem grossen bürokratischen Aufwand verbunden.

Legende: Video Durch ambulante Behandlungen Kosten sparen abspielen. Laufzeit 04:33 Minuten.
Aus 10vor10 vom 10.03.2017.

Es sei deshalb wichtig, die ersten Erfahrungen mit dem neuen System «ambulant vor stationär» genau zu erfassen und zu verfolgen, sagt Erika Ziltener. Sie rechnet denn auch mit vielen Rückmeldungen bei der Zürcher Patientenstelle in den kommenden Wochen.

Grosse Umstellung für Zürcher Spitäler

Sicher ist, die neuen Regelungen bedeuten eine grosse Umstellung für die Zürcher Spitäler. Vor allem organisatorisch seien mehr ambulante Eingriffe eine Herausforderung, sagt Jürg Hodler, ärztlicher Direktor des Universitätsspitals Zürich. «Weil die Patienten weniger lang bei uns sind, haben wir weniger Vorbereitungszeit.» Alles müsse gut getaktet und aufeinander abgestimmt sein.

André Zemp, Direktor des Zürcher Triemli-Spitals, bringt zudem den zusätzlichen administrativen Aufwand ins Spiel. Wenn eine Ärztin eine Operation nicht ambulant durchführen kann, muss sie dies ja schriftlich begründen. «Wir müssen mehr Formulare und Checklisten ausfüllen, das ist ein zusätzlicher Aufwand für uns», sagt André Zemp.

Diese 14 Eingriffe sind auf der Liste

Augen
Operation Grauer Star
BewegungsapparatKniegelenkspiegelung inkl. Eingriff am Meniskus
Entfernung von Platten, Schrauben, Knochenimplantaten u.ä.
Korrektur verformter Kleinzehen (ohne Hallux)
Teilgebiete der Handchirurgie
Gefässe und Herz
Einseitige Krampfaderoperation an den Beinen
Hämorrhoideneingriffe
Gefässuntersuchungen und -Rekonstruktionen
Diagnostische Herzuntersuchungen
Herzschrittmacherimplantation
DiverseLeistenbruchoperationen
Untersuchungen und Eingriffe am Gebärmutterhals oder an der Gebärmutter
Beschneidung
Nierensteinzertrümmerung

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