Ambulante Therapie als Strafe

Das Bezirksgericht Meilen hat einen 42-jährigen Mann schuldig gesprochen, weil er im vergangenen Jahr den Komiker Beat Schlatter attackiert und dabei schwer verletzt hatte. Der Mann muss aber nicht ins Gefängnis.

Portrait des Zürcher Schauspielers und Komikers Beat Schlatter Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Der Zürcher Komiker Beat Schlatter wurde im März 2015 zufälliges Opfer einer Attacke eines psychisch kranken Mannes. Keystone

Der 42-jährige Kellner sei wegen einer psychischen Störung nicht schuldfähig, urteilte das Bezirksgericht am Dienstag. Um diese schizoaffektive Störung zu behandeln, muss sich der Mann nun einer medikamentösen Therapie unterziehen. Und er soll weiterhin in einer Wohngruppe im Zürcher Oberland leben.

Der Staatsanwalt hatte die Einweisung des Mannes in eine psychiatrische Klinik verlangt. Das Gericht wählte jedoch den ambulanten Weg. «Es tut mir wirklich leid, was geschehen ist», sagte der Beschuldigte vor Gericht.

Im März 2015 hatte der Kellner unvermittelt und im Wahn am Bahnhof Meilen einen Passanten attackiert, ihn bewusstlos geschlagen und ihm mehrere Fusstritte gegen Kopf und Oberkörper versetzt. Wenige Tage später stellte sich heraus, dass es sich beim Verprügelten um Beat Schlatter handelte – und dass der Komiker nicht das einzige Opfer war. Wenige Tage zuvor hatte der Hobby-Kampfsportler bereits zwei andere Passanten angegriffen.