Zum Inhalt springen

Zürich Schaffhausen An'Nur Moschee in Winterthur immer noch geschlossen

Die Tür der An'Nur-Moschee in Winterthur-Hegi ist nach der Razzia vom Mittwoch verschlossen: Die Stadtpolizei Winterthur hat den Schlüssel – ihr fehlt aber eine «geeignete Person» aus dem Umfeld des Vereins oder der Moschee, an die sie ihn aushändigen kann.

Legende: Video Umstrittene An’Nur Moschee bleibt zu abspielen. Laufzeit 02:19 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 03.11.2016.

Bis die An'Nur-Moschee für die Gläubigen wieder zugänglich ist, dürften gemäss Einschätzung der Stadtpolizei Winterthur mehrere Tage vergehen. «Wir sind auf der Suche nach einer geeigneten Person, welche die Verantwortung für den Verein und die Moschee übernimmt», sagte Mediensprecherin Bianca Liechti auf Anfrage der Nachrichtenagentur sda.

Offen ist derzeit auch, ob eine Wiedereröffnung der Moschee sofort möglich wäre: Sollten die Räumlichkeiten weiter im bisherigen Umfang genutzt werden, müssten verschiedene Massnahmen ergriffen werden, heisst es dazu bei der Stadtpolizei.

Wie bereits am Mittwoch bekannt wurde, liegt unter anderem bezüglich Brandschutz und Lebensmittelsicherheit einiges im Argen. Aus Datenschutzgründen sind diesbezüglich aber derzeit keine weiteren Angaben erhältlich.

Ende Jahr muss die Moschee ohnehin schliessen, da der Vermieter den Vertrag nicht mehr verlängert hat.

Stadtrat weist Vorwürfe zurück

Der Winterthurer Sozialvorsteher Nicolas Galladé wehrte sich erneut gegen Vorwürfe, die Stadt hätte zu lange nichts unternommen. Das Thema sei vor zwei Jahren aktuell geworden, als zwei Jugendliche aus dem Umfeld der Moschee nach Syrien gereist waren. «Seither sind wir im präventiven Bereich aktiv geworden», betont Galladé im Interview mit dem Regionaljournal Zürich Schaffhausen.

An'Nur-Vertreter zogen sich aus Dialog mit Stadt zurück

Die Stadt habe auch das Gespräch mit den verschiedenen Moscheen gesucht. «Bei der An'Nur war das jedoch schwierig.» Nachdem die Moschee in die Kritik geraten sei, hätten sich die An'Nur-Vertreter zurückgezogen. Für eine Schliessung habe der Stadt jedoch die rechtliche Grundlage gefehlt, betont Galladé.

Jacqueline Fehr möchte muslimische Gemeinschaften anerkennen

Eine Möglichkeit, um muslimische Gemeinschaften besser kontrollieren zu können, wäre deren staatliche Anerkennung. Diese Meinung vertritt die Zürcher Regierungsrätin Jacqueline Fehr. Vor 13 Jahren hatten die Stimmberechtigten eine solche Anerkennung jedoch deutlich verworfen. Dennoch lancierte Fehr das Thema in diesem Sommer erneut.

«Eine Religionsgemeinschaft, die sich anerkennen lassen will, muss sich unserem Recht anpassen», betont Fehr. Sie muss ihre Finanzen offenlegen und sich zur schweizerischen Rechtsordnung bekennen. Bis eine neue Vorlage zu diesem Thema vorliegt, dauere es jedoch noch lange. Diese Zeit wolle sie nutzen, um eine breite Diskussion zu führen und zu erklären, was der Nutzen eines solchen Schritts sein könnte.

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

4 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von m. mitulla (m.mitulla)
    Es wäre nun an der Zeit, das Strafgesetz zu erweitern, um gegen terroristische Zellen in der Schweiz vorgehen zu können. Mit den kürzlich beschlossenen Überwachungsgesetzen Büpf und Nachrichtendienst-Gestz werden alle Bürger ausspioniert. Wenn eine terroristische Zelle gefunden ist, bleiben dem Staat die Hände gebunden, denn es gilt Religions- und Versammlungsfreiheit - und weiterhin die Unschuldsvermutung. Das ist eine politische Fehlentwicklung!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Die Moschee sollte erst wieder geöffnet werden, wenn genügend in der Schweiz ausgebildete Imame rekrutiert werden können, die einen menschenwürdigen, toleranten Islam lehren.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Hans Haller (panasawan)
    Ich glaube gerade diese Mosche sollte besser geschlossen bleiben. Statt Präventionshoffnungen wäre die Ausweisung bzw. Ausschaffung zweifelhafter Personen weit wirksamer und nachhaltiger sowie deutlich unverfänglicher.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von m. mitulla (m.mitulla)
      Für die Verfolgung und Verurteilung zweifelhafter Personen fehlen den Behörden die gesetzliche Grundlagen. Solche Gesetze müssen sehr gut abgewogen werden, denn sonst fielen Umweltaktivisten, protestierende Jugendlche, Internetblogger o.ä. auch unter solche Regelungen.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen