Reuige Steuerzahler Angst vor Behörden: Tausende Zürcher machen Selbstanzeige

2100 neue Selbstanzeigen sind letztes Jahr beim Steueramt des Kantons Zürich eingegangen. Das sind 600 Fälle mehr als in den bisherigen Rekordjahren 2014 und 2015. Grund für den neuen Rekord dürfte die Angst der Schweizer vor dem neuen Steuerabkommen mit dem Ausland sein.

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Bildlegende: Reuige Zürcher Steuerzahler: neuer Rekord bei Selbstanzeigen. Keystone

Seit 2010 besteht die Möglichkeit der straflosen Selbstanzeige: Alle Steuerpflichtigen können einmal in ihrem Leben nicht deklarierte Steuerdaten offen legen, ohne dass sie dafür eine Busse erhalten. Die Zürcherinnen und Zürcher haben sich letztes Jahr besonders reuig gezeigt.

2100 Selbstanzeigen sind eingegangen – so viele wie noch nie. Grund dafür könnte der bevorstehende Automatische Informationsaustausch sein, vermutet Marina Züger, Chefin des kantonalen Steueramtes. Die Schweiz beliefert nicht nur ausländische Steuerbehörden, sie erhält auch Daten aus dem Ausland von Schweizer Kunden.

Gutes Geschäft für Kanton Zürich

Die Selbstanzeigen haben dem Kanton Zürich und den Gemeinden letztes Jahr 69 Millionen Franken in die Kasse gespült. Trotzdem glaubt Marina Züger nicht, dass die Schweizer generell nicht ehrlich sind bei der Steuererklärung. Gemessen an der Anzahl von Steuerpflichtigen im Kanton Zürich gebe es immer noch nur wenig Selbstanzeigen.

«  Man kann nicht sagen, dass Schweizer generell nicht ehrlich sind bei der Steuererklärung. »

Marina Züger
Chefin, Steueramt Kanton Zürich

Insgesamt wurden im Kanton Zürich bisher Vermögenswerte von rund einer Milliarde Franken nachhaltig aufgedeckt. Diese werden nun jedes Jahr in den Steuererklärungen wieder auftauchen und entsprechend versteuert werden.