Archäologen entdecken mitten in Zürich unbekannte Häuser

Im Fraumünsterquartier sind Mauern, Feuerstellen und Werkstätten von Rosenkranzherstellern aus dem Mittelalter aufgetaucht. Ausgräberinnen und Ausgräber fanden diese im Rahmen der Werkleitungssanierungen. Die Stadtarchäologen sprechen von sehr bedeutenden Funden.

Typische Hinterlassenschaften Rosenkranzhersteller: Sie drehten aus Tierknochen Perlen und kleine Ringe für Gebetsschnüre. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Aus Tierknochen drehten Rosenkranzhersteller Perlen und kleine Ringe für Gebetsschnüre. ZVG

Seit Januar 2013 taucht mitten in der Stadt Zürich im Fraumünsterquartier ein archäologischer Schatz nach dem anderen auf. Beispielsweise fanden die Ausgräber Hinweise auf Werkstätten von Rosenkranzherstellern. Davon habe man bisher keine Ahnung gehabt, schwärmt der Stadtarchäologe Dölf Wild im Interview mit dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Und «wir fanden Häuser an Orten, wo es in unseren Verzeichnissen und Darstellungen nichts hatte.» Konkret fanden die Archäologen verschiedene Mauern von mittelalterlichen Gebäuden.

Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert

An der Börsen- und an der Fraumünsterstrasse wurden Überreste der Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert freigelegt. Eine Mauer, die man bis anhin von Plänen kannte, nicht aber als Stadtmauer definiert hatte, erklärt Dölf Wild. Für den Stadtarchäologen ist klar: «Das sind sehr bedeutende Funde». Hier erhalte man zum ersten Mal einen zusammenhängenden Schnitt durch ein wichtiges Stadtquartier.

Bauarbeiten gehen weiter

Die Ausgrabungen finden statt, weil im Fraumünsterquartier die Werkleitungen saniert werden. Die Bauarbeiter und Archäologen arbeiten parallel. Bis Ende November sollen alle Schätze ausgegraben sein.