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Zürich Schaffhausen «Auch in Zürich war die Angst vor einem Krieg gross»

Vor 125 Jahren gründete das Rote Kreuz seinen Zürcher Ableger – nur gerade 25 Jahre nach der Gründung des Internationalen Roten Kreuzes durch Henry Dunant. Historikerin Lea Moliterni über die Gründe, die dazu führten und Veränderungen, die das Rote Kreuz seither erfuhr.

Schachteln mit dem Logo des Roten Kreuzes
Legende: Seit 125 Jahren hilft das Rote Kreuz auch in Zürich. Keystone

Der Grundstein für das Rote Kreuz des Kantons Zürich wurde 1889 mit der Gründung der Stadtzürcher Sektion gelegt. Als Aufgaben der neu gegründeten Organisation wurden im Protokoll festgehalten: Versorgung von Kriegsverwundeten und Weiterbildung in Pflege und Wundversorgung.

Historikerin Lea Moliterni, beim Zürcher Roten Kreuz für das Spendenwesen verantwortlich, erklärt im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen», die Angst vor einem Krieg sei auch in Zürich gross gewesen: «Der blutige Krieg zwischen Deutschland und Frankreich von 1871 war noch in greifbarer Nähe. Darum hat man sich darauf vorbereitet, wie man mit verwundeten Soldaten umgehen würde – und mit ihren Familien.»

Der Krieg kam dann erst später: der Erste Weltkrieg. Die Bevölkerung habe damals noch keine Ahnung gehabt von professioneller Pflege, das Rote Kreuz habe dies jedoch geübt. «Auch wenn die Schweiz keine Kriegsverletzten zu beklagen hatte, so hat man in Zürich doch ausländische Verwundete gepflegt.»

Horgen als Kriegslazarett

Für die Verarztung von Kriegsverletzten habe Horgen eine grosse Rolle gespielt, sagt Lea Moliterni: «Horgen hatte ein grosses, komplett ausgerüstetes Kriegslazarett. Dort wurde die Kriegs-Chirurgie geübt.» Und aus ganz Europa seien Kriegsverwundete nach Thalwil gebracht worden.

Neuausrichtung im selben Geist

Heute engagiert sich das Rote Kreuz in Zürich für betagte Menschen, betreut Migrationsprojekte oder Jugendliche auf Stellensuche, bietet Ausbildungen für Pflegpersonal. «Die Werte sind dieselben geblieben», betont Lea Moliterni. «Wir fühlen uns verpflichtet, uns für die Bedürftigen der Gesellschaft einzusetzen.»

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