Autos sollen den Velos Platz machen

In Winterthur herrscht rund um den Bahnhof ein Velochaos. Die Situation wird nun durch die Baustelle für die neue Rampe verschärft. Die Velo-Lobby fordert deshalb, dass Autoparkplätze für Velos frei gegeben werden.

Veloparkplätze in Winterthur Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Jeder Platz ist besetzt. Im Frühling ist die Nachfrage besonders gross. Keystone

Anfang Dezember geht es los mit den Bauarbeiten für die neue Rampe zum Parkhaus Bahnhof. Deshalb verschwinden vorübergehend 300 Veloabstellplätze bei der Velostation Rudolfstrasse. Damit dürfte das Velo-Chaos rund um den Bahnhof noch grösser werden. Die Stadt stellt nämlich nur gerade halb soviele Ersatzabstellplätze zur Verfügung.

Dies ruft die Velolobby in Winterthur auf den Plan. Sollte sich im Frühling zeigen, dass der Ersatz nicht genüge, dann müssten auch Autoparkplätze aufgehoben und vorübergehen für Velos freigegeben werden, fordert Kurt Egli von der Organisation «Pro Velo»: «Im Gegensatz zu den Veloparkplätzen, gibt es bei Autoparkplätzen keine Knappheit». Egli verweist auf das Parkhaus beim Bahnhof mit rund 500 Parkplätzen.

Aus Eins mach Zehn

Autoparkplätze für Velos - diese Idee kriegt von der Winterthurer SP-Kantonsrätin Mattea Meyer Applaus: «Auf einem Autoparkplatz können mindestens zehn Velos parkiert werden». Weder bei der Stadt noch bei der privaten Betreiberin des Bahnhofparkhauses mag sich schon jemand zu diesem Vorschlag äussern. Ein Ausbau der Veloparkplätze steht beim Stadtrat aber schon länger auf der Traktandenliste. Der Bedarf rund um den Bahnhof ist riesig. Die SP macht mit einer Volksinitiative Druck: Diese verlangt eine Verdoppelung der Veloplätze von 3000 auf 6000.