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Zürich Schaffhausen Bauer Hübscher und das Nein zum Schutz des Kulturlands

Rund 70 Kühe, zwei Schweine und Obstbäume: Das ist das Reich des Zürcher SVP-Kantonsrats Martin Hübscher und seiner Frau Maja Hübscher im Weiler Liebensberg bei Wiesendangen. Entgegen der Empfehlung seiner Partei setzte sich Hübscher für einen besseren Schutz des Kulturlands ein, vergebens.

Es ist halb Zwölf Uhr mittags. Martin Hübscher schiebt das Heu näher zu seinen Kühen im Stall heran. Bald gibt es die erste Hochrechnung des Kantons Zürich zu den Abstimmungen, auch zur Umsetzung der Kulturlandinitiative.

Der SVP-Kantonsrat hatte sich in den vergangenen Wochen stark für die Annahme der Vorlage eingesetzt. Eigentlich einem linken Anliegen, das aber auch vom Bauernverband unterstützt wurde. Und Hübscher sitzt dort im Vorstand.

Ein frischer SVP-Parlamentarier stellt sich gegen die eigene Fraktion: «Klar, musste ich mir da einige Sprüche gefallen lassen», sagt Hübscher.

Den Boden kann man nicht vermehren, man muss ihm Sorge tragen.
Autor: Martin HübscherLandwirt und SVP-Kantonsrat

Er habe sich aber als Landwirt und Vorstand des Bauernverbands aus Überzeugung für einen besseren Schutz von fruchtbarem Ackerland eingesetzt. Schliesslich sei der Boden ihre Produktionsgrundlage.

Hoffen auf mindestens 40 Prozent Ja-Anteil

Schon die ersten Resultate am Mittag deuten aber daraufhin, dass Hübschers Einsatz für die Kulturlandinitiative zu wenig gefruchtet haben. «Das ist ernüchternd», gibt Hübscher zu. Mit einer Annahme habe er zwar nicht gerechnet, aber ein Ja-Anteil von 40 Prozent wäre schon schön, findet der Landwirt in Liebensberg. Dieses Ziel wird dann immerhin erreicht. 41,02 Prozent der Stimmberechtigten haben ein Ja in die Urne gelegt.

Der Politiker Hübscher ist also einigermassen zufrieden. Und für den Bauer Martin Hübscher fällt die Bilanz des Wochenendes äusserst positiv aus. Gleich zwei Kühe haben ihm nämlich an diesem Wochenende ein Kalb geboren.

(simd; Regionaljournal Zürich Schaffhausen, 17:30 Uhr)

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1 Kommentar

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  • Kommentar von E. Waeden (E. W.)
    Und schon wird auf Kulturland für neue Überbauungen ausgesteckt. Wo jetzt noch Bäume in den Himmel wachsen, Kühe friedlich grasen, wachsen neue Betonblöcke aus fruchtbaren Böden. Und jeder gesunde Baum, welcher über Jahrzehnte gewachsen, dafür gefällt werden wird, ist eine weitere Versündigung an unserer Natur. Aber bei jeder Überflutungen, weil Regen in Beton nicht versickern kann, ist dann das Jammern riesig.
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