Bei den Dscheladas herrscht eine klare Hackordnung

Bei den Dschelada-Affen im Zoo Zürich kommt es zu einem Männertausch. Um eine Blutauffrischung zu ermöglichen, zügeln Männchen weg und auswärtige ziehen in die Zürcher Anlage ein. Der Wechsel wird für Unruhe sorgen.

Dscheladas in ihrer Anlage im Zoo Zürich Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Leben im Harem: Die Dscheladas in ihrer Anlage im Zoo Zürich. Zoo Zürich / Peter Bolliger

Im Zoo Zürich leben seit 1955 Dscheladas, also Paviane, die aus dem äthiopischen Hochland stammen. Zurzeit sind es 35: 19 Weibchen, 14 Männchen und zwei Jungtiere, bei denen das Geschlecht noch nicht feststeht. Das älteste Tier ist ein 20-jähriges Weibchen, das Jüngste ist am Dienstag zur Welt gekommen.

Seit den Anfängen wurden mehrere Männchen in Zürich geboren, andere kamen von auswärts dazu. Es gab Kämpfe und Rivalitäten und Haremsumbildungen. Solche Wechsel sind jeweils mit Unruhe und Risiken verbunden. Manchmal werden gar Jungtiere vom nachfolgenden Haremsführer getötet.

Inzucht vermeiden, Blut auffrischen

Für die Zoo-Verantwortlichen gilt es, Inzucht zu vermeiden und Blutauffrischungen zu ermöglichen. Gegenwärtig steht ein grösserer Wechsel an. Vier bis sechs Zürcher Männchen sollen wegziehen. Im Gegenzug ist der Zoo auf der Suche nach geeigneten auswärtigen Männchen.

Robert Zingg, Kurator im Zoo Zürich, sagt dazu: «Das wird dann wohl wieder eine ziemliche Unruhe geben.» Zuerst müsse dann ein neues Gleichgewicht in diese Affen-Gesellschaft gebracht werden. Die neuen Männchen müssten ihre Position finden und dann festigen. Langweilig wird es in der Zürcher Dschelada-Anlage nach diesem «Männertausch» sicher nicht.