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Schwierige Berufswahl in der Corona-Krise: Coiffeur, Automatikerin oder doch lieber das KV?
Aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 03.04.2020.
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Berufswahl abrupt gebremst Ein Rückstand, der sich nur mit einem Extra-Effort aufholen lässt

Schnupperlehren wurden reihenweise abgesagt, Infoanlässe gestrichen. Jugendliche sind aktuell besonders gefordert, um in der Berufswahl am Ball zu bleiben.

Es wäre eigentlich Hochsaison in der Berufswahl: Im Frühling gehen viele Jugendliche der zweiten Sekundarstufe an Infoanlässe und machen Schnupperlehren. Doch diese wurden infolge der Corona-Pandemie reihenweise abgesagt.

Der Berufswahlprozess hat sich sicherlich verlangsamt.
Autor: Daniel KachelSekundarlehrer und Präsident SekZH

Der Präsident des Zürcher Verbands der Sekundarlehrkräfte (SekZH), Daniel Kachel, stellt deshalb fest: «Der Fernunterricht führt sicherlich zu einer Verlangsamung des Berufsfindungsprozesses.» Die Schulen sind noch mit der Etablierung eines funktionierenden Fernunterrichts absorbiert, der Austausch zwischen Lehrerinnen und Schülern funktioniert auch nach drei Wochen noch nicht überall reibungslos.

Jugendliche bräuchten gerade jetzt einen «Schups»

Auch die Berufsberaterinnen und Berufsberater versuchen aus der Ferne mit den Jugendlichen in Kontakt zu bleiben. Olivia Ott, Leiterin der Berufsberatung im Laufbahnzentrum der Stadt Zürich und zuständig für die 1. Ausbildungswahl, weist auf die vielen Möglichkeiten hin, sich online über Berufe zu informieren.

Auch die individuellen Beratungsangebote finden weiterhin statt, wenn auch per Telefon oder Chat. Doch es sei klar, dass die Jugendlichen nun besonders viel Eigenitiative mitbringen müssten: «Im Frühling brauchen Jugendliche immer einen kleinen Schups, damit sie am Ball bleiben.» Das sei jedoch aus der Ferne viel schwieriger.

Mit einem Sondereffort den Rückstand aufholen

Tatsache ist, dass viele Ausbildungsbetriebe interessierte Jugendliche der zweiten Sekundarstufe derzeit auf später vertrösten. Das stellt auch das Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation (SBFI) in einem Schreiben an die Kantone fest und appelliert darin an die Ausbildner, die Lehrlingsrekrutierung nicht wegen der Corona-Krise zu vernachlässigen.

Doch häufig sind andere Probleme dringlicher. Das Ausbildungszentrum Winterthur, azw, etwa konzentriert sich vorerst darauf, die noch freien Lehrstellen für diesen Sommer zu besetzen. Renzo Canonica, Geschäftsleiter des azw gibt offen zu: «Die Schüler der zweiten Oberstufe haben bereits einen Rückstand im Vergleich zu den Jahrgängen davor.»

Man wolle diesen Rückstand am azw mit einem Sondereffort nach den Sommerferien, etwa mit Sonderschnupperlehren, so gut wie möglich wieder aufholen. Dazu brauche es aber auch die Flexibilität der Schulen. Das azw ist ein wichtiger Ausbildner in der Region: An seinen drei Standorten in Winterthur, Uster und Langenthal bildet es im Auftrag von rund 100 Partnerfirmen jedes Jahr rund 2000 Jugendliche in 13 verschiedenen Berufen aus.

Lehrstellen erst ab November?

Klar ist, je länger die Einschränkungen der Wirtschaft und der Fernunterricht dauern, umso drängender wird die Suche nach Alternativen für die Jugendlichen, die sich aktuell eigentlich mit der Berufswahl auseinandersetzen sollten.

Dabei wären verschiedene Lösungen denkbar, sagt Daniel Kachel vom Verband der Zürcher Sekundarlehrkräfte. Eine davon hat sich schon in der Vergangenheit bewährt: «Man könnte sich darauf einigen, dass Lehrstellen für den Sommer 2021 erst ab November vergeben werden dürfen.» Eine solche Massnahme könne den Jugendlichen etwas Luft geben und ihnen die Angst nehmen, nicht ins Hintertreffen zu geraten.

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