Besserer Hochwasserschutz für Zürich

Oberhalb von Langnau am Albis wird in der Sihl ein Rechen auf einer Länge von 350 Metern installiert. Er ist in seiner Bauart schweizweit einzigartig. In Zukunft soll der Rechen das Schwemmholz aufhalten und so die Ortschaften im Sihltal und die Stadt Zürich besser vor Überflutungen schützen.

Bei einem Extremhochwasser ist gemäss Zürcher Baudirektion im Unterlauf der Sihl mit bis zu 12'000 Kubikmetern Schwemmholz zu rechnen - das sind rund 1200 Lastwagenladungen.

«Schäden in dreistelliger Millionenhöhe»

Diese gewaltige Menge Treibgut würde sich an Brückendurchlässen, den Pfeilern der Sihlhochstrasse oder unter dem Zürcher Hauptbahnhof verkeilen und die Sihl über die Ufer treten lassen. Dicht besiedelte und stark genutzte Gebiete würden überflutet. Zurück blieben grosse Schäden. «Schäden in Milliardenhöhe», wie Baudirektor Markus Kägi (SVP) beim Spatenstich des Schwemmholzrechens am Freitag in Langnau am Albis sagte.

Die rund 25 Millionen Franken für die Planung und den Bau seien eine lohnende Investition, sagte Kägi weiter. Zumal der Bund voraussichtlich neun Millionen Franken davon übernimmt.

Und so funktionert der Sihl-Schwemmholzrechen:

Sihl-Schwemmholzrechen bei Langnau am Albis

Der Schwemmholzrechen soll dereinst Langnau am Albis, Adliswil und die Stadt Zürich wesentlich besser vor einem Sihl-Hochwasser schützen. Modellversuche der ETH Zürich haben gezeigt, dass der 350 Meter lange Schutzbau bis zu 95 Prozent des Schwemmholzes aus der Sihl sicher zurückhält. Das restliche Schwemmholz sei für die unterhalb des Rechens liegenden Siedlungsgebiete keine Gefahr, betonte der Baudirektor. Voraussichtlich im Mai 2017 soll der Bau des Rechens abgeschlossen sein.