Blühende Schönheit aus Australien

Nur viermal in 50 Jahren hat sie bisher geblüht: Die australische Speerblume im Botanischen Garten Zürich. Jetzt zeigt sie einmal mehr ihre rote Blütenpracht – auch dank den renovierten Gewächshäusern.

Mann auf Holztreppe neben hochgewachsener Pflanze, dahinter Gewächshäuser Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Von der provisorischen Treppe bestaunt Peter Enz die Blüten der australischen Speerblume. SRF

Sie sieht aus wie eine Agave, aus der ein überlanger Spargel wächst. Rund drei Meter ragt der Stengel in den Himmel, zuoberst sitzen die roten Blüten. Damit man diese besser sehen kann, hat Peter Enz, Leiter des Botanischen Gartens der Universität Zürich, eine kleine Treppe bauen lassen. Sie steht vor der australischen Speerblume nahe dem Eingang zu den drei kuppelförmigen Gewächshäusern, die in den letzten Jahren renoviert worden sind.

«Seit dem Umbau haben wir ein neues Glas im Überwinterungsgewächshaus. Wir halten die Speerblume frostfrei bei vier bis fünf Grad Celsius, aber bei viel Licht, und das ist genau, was sie mag», erklärt Peter Enz dem Reporter des Regionaljournals vor Ort.

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Besichtigung in Zürich

Die australische Speerblume blüht noch rund sechs Wochen, also bis etwa 20. August. Während der Öffnungszeiten des Botanischen Gartens an der Zollikerstrasse ist die Speerblume frei zugänglich. Zur Zeit blühen hier auch andere Pflanzen, deren Blüten nicht häufig zu sehen sind, so die indische Lotosblume, die Riesenseerose und die kleine Teichrose.

Die besseren Bedingungen sind wohl mit ein Grund, weshalb die Speerblume bereits nach vier Jahren wieder blüht. Vorher waren die Abstände grösser: Die Pflanze kam im Botanischen Garten erstmals 1967, danach 2001, 2006 und letztmals 2012 zur Blüte.

Blüten brauchen viel Kraft

Warum blüht die australische Speerblume nicht jedes Jahr? «Für eine Pflanze ist es eine riesige Investition, einen Blütentrieb zu machen. Sie investiert viel Kraft und muss sich danach regenerieren», sagt Peter Enz. Dies gilt besonders für grosse Pflanzen, die auf nährstoffarmen Böden zuhause sind wie etwa in Australien. Dank den neuen Gewächshäusern könnten die Blüh-Abstände bei der Speerblume auch künftig kurz bleiben. Peter Enz will aber keine Prognosen machen: «Wenn wir es in vier Jahren erneut schaffen, sind wir sicher gut dran.»