Bucher-Konzern kämpft mit starkem Franken

Der Maschinenbauer aus Niederweningen war jahrelang auf Erfolgskurs – jetzt macht auch ihm der starke Franken zu schaffen.

Firmenlogo des Maschinenbauers Bucher Industries. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Frankenschock und Margendruck: Der Maschinenbauer Bucher kommt dieses Jahr nicht so recht in Fahrt. zvg

Sowohl Umsatz wie auch der Betriebs- und der Reingewinn gingen im ersten Halbjahr deutlich zurück. Der Umsatz schrumpfte um rund 9 Prozent auf 1,34 Milliarden Franken. Ohne Währungseffekte wäre er nur um 2 Prozent gesunken, wie Bucher am Donnerstag mitteilte. Das Betriebsergebnis (EBIT) nahm um rund 17 Prozent auf noch 118 Millionen Franken ab. 11 Prozent davon sind Währungseffekten zuzuschreiben.

Unter dem Strich schrieb Bucher einen Gewinn von rund 80 Millionen Franken. Vor einem Jahr waren es noch 97 Millionen Franken gewesen. Das Vorjahresergebnis bezeichnet der Konzern in der Mitteilung vom Donnerstag allerdings als «hoch».

Neben den Währungseinflüssen hätten auch die konjunkturelle Entwicklung, der anhaltende Konkurrenz- und Margendruck sowie einzelne, nicht ausgelastete Werke zum tieferen Betriebs- und Konzernergebnis geführt, schreibt Bucher.

Bauern kaufen weniger

Nicht gut lief es etwa für die Sparte Kuhn Group, die Landmaschinen für die Bodenbearbeitung, fürs Säen, Düngen und anderes herstellt. Die sinkenden Getreidepreise und die tieferen Einkommen der Bauern hätten deren Investitionslaune gedämpft, schreibt Bucher.

Auch die Division Bucher Specials lieferte enttäuschende Ergebnisse. Diese Sparte stellt beispielsweise Anlagen für die Weinproduktion, für die Herstellung von Fruchtsaft oder für die Entwässerung von Klärschlamm her. Einen massiven Rückgang musste diese Sparte im Geschäft mit Getränke- und Umwelttechnologien verkraften. Die teils gute Entwicklung mit anderen Produkten konnte diesen Rückgang nicht kompensieren.

Durchzogen lief das Geschäft für die anderen drei Sparten, beispielsweise für Bucher Hydraulics, die Hydrauliksysteme herstellt. Auch für die Division Emhart Glass, die unter anderem Glasformungsmaschinen produziert, lief es nicht nur rund. Wegen Überkapazitäten bei den Herstellern von solchen Maschinen verstärkte sich der Wettbewerbs- und Margendruck. In diesem schwierigen Umfeld habe sich die Sparte aber gut behauptet, schreibt das Unternehmen.

Kehrfahrzeuge für Moskau

Die Sparte Municipial, die Reinigungs- und Scheeräumungsfahrzeuge herstellt, erhielt im Februar erneut einen Grossauftrag von der Stadt Moskau. Diese bestellte Kehrfahrzeuge im Wert von 30 Millionen Franken. In der Vorjahresperiode hatte Moskau allerdings für 53 Millionen Franken Fahrzeuge bestellt.

Für die zweite Jahreshälfte ist der Konzern nicht wirklich optimistisch: Die Unsicherheiten in der Eurozone dürften noch lange anhalten, heisst es. Auch die Abschwächung der Nachfrage bei den Landmaschinen könnte sich fortsetzen, je nach Marktentwicklung auch über das Jahresende hinaus. Der Konzern erwartet daher für das gesamte Berichtsjahr 2015 einen Umsatzrückgang und ein tieferes Betriebsergebnis.