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Büffelnde Zürcher Schulkinder Private Vorbereitungskurse für die Gymiprüfung boomen

Rund um die Aufnahmeprüfung der Zürcher Kantonsschulen ist ein Geschäft entstanden. Die kantonale Bildungsdirektion ist skeptisch.

Legende: Audio Gymi-Prüfung: Private Vorbereitungskurse sind gefragt, der Kanton ist skeptisch. abspielen. Laufzeit 04:44 Minuten.
04:44 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 12.03.2019.

Die Gratis-Kurse der öffentlichen Schule reichen ihnen nicht: Immer mehr Eltern investieren in private Kurse, um ihren Nachwuchs auf die Aufnahmeprüfung an den Zürcher Gymnasien vorzubereiten.

So besuchten dieses Jahr doppelt so viele Kinder wie noch vor 10 Jahren einen Kurs im Lernstudio. Die Privatschule gehört zu den grössten Anbietern solcher Kurse im Kanton Zürich. Nach Angaben des Lernstudios hat jedes 10. Zürcher Kind, das die Aufnahmeprüfung macht, einen Kurs dort absolviert.

3000 Franken, um gut vorbereitet zu sein

Die öffentlichen Kurse seien überhaupt nicht schlecht, sagt Thomas Acklin, der den Bereich «Kurse und Nachhilfe» im Lernstudio leitet. Aber die Betreuung sei nicht so gut wie in einem Privatkurs. «In einer Klasse mit 20 Kindern kann man nie gleich auf ein einzelnes Kind eingehen, wie wenn nur vier bis fünf Kinder in der Gruppe sind», sagt Acklin.

Dieses Betreuungsverhältnis hat seinen Preis. Rund 3000 Franken kostet beispielsweise ein Lernstudio-Vorbereitungskurs für die Aufnahmeprüfung ins Langzeitgymnasium. Dauer: von den Sommerferien bis kurz vor der Prüfung im März. Die Lernstudio-Vorbereitungskurse leisten sich laut Thomas Acklin aber nicht nur reiche Familien. Die Kinder kämen aus allen Schichten.

Die Aufnahmeprüfung sei auch ohne solche private Vorbereitungskurse zu schaffen, betont Niklaus Schatzmann vom Zürcher Mittelschul- und Berufsbildungsamt. Solche Kurse würden den Erwartungsdruck auf die Kinder erhöhen. Besser sei es, die Kinder darauf hinzuweisen, dass das Gymnasium nicht der einzige Weg zum beruflichen Erfolg sei.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    Wa(h)re Bildung..der ultimative Traum einer kapitalen Logik. Wo der Wettbewerb sozusagen glorifiziert, eine scheinbare Chancengleichheit vorgegaukelt wird und die Eltern zu Komplizen eines Systems werden, dass Kinder und Jugendliche für einen Markt homologisiert und dressiert, den es so weder gibt noch geben wird. Auch hier dringend gesucht der gesunde Elternverstand und von Seiten der Jugend ein kollektives sich diesem kapitalistischen Verkrümmungsprojekt querstellen und das Eigene durchziehen.
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    1. Antwort von W. Pip (W. Pip)
      Wenn verspulte Lebenshaltungen sich mit Kommerz mischen (wie hier mit der Schulungs- und Zertifizierungsindustrie), dann hat die Gesellschaft verloren. Einmal mehr. aber mal ehrlich: Chunnt's no druf aa?
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  • Kommentar von Jürg Brauchli (Rondra)
    Sich auf die Prüfung hin Wissen anzueignen funktioniert vielleicht. Das böse Erwachen kommt danach, indem viele Schüler dauernd am Limit laufen, keine Zeit mehr für anderes als Lernen, Lernen haben, nur um dann als Folge der Überforderung mit 20 bereits völlig verknorkst und krank zu sein. Tolle Entwicklung, für welche die Eltern verantwortlich sind.
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