Zum Inhalt springen
Inhalt

Zürich Schaffhausen Bundesasylzentrum soll nun doch nach Zürich-West

Die Stadt Zürich plant auf dem Duttweiler-Areal ein Asylzentrum für beschleunigte Verfahren mit 360 Plätzen. Die Verträge mit dem Bund seien unterschrieben, teilte sie am Dienstag mit. Das neue Zentrum soll den heutigen Testbetrieb ablösen. Im Quartier bleibt man skeptisch.

Legende: Video Stadt Zürich will Bundesasylzentrum definitiv einführen abspielen. Laufzeit 01:18 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.05.2015.

Seit Anfang 2014 testen der Bund und Stadt Zürich auf dem Juch-Areal in Zürich-Altstetten neue, schnellere Verfahren für Asylbewerberinnen. Nun sollen diese Verfahren in einem neuen Bundesasylzentrum definitiv eingeführt werden, der Vertrag ist unterschrieben.

Auf dem Duttweiler-Areal soll eine Unterkunft für 360 Asylsuchende entstehen. Der Standort liege in einem Quartier, das aufnahmefähig sei für eine solche Nutzung, erklärte Raphael Golta, Vorsteher des Sozialdepartements der Stadt Zürich gegenüber SRF. Für die Stadt Zürich sei es zudem von Anfang an klar gewesen, dass man den Bund beim Umbau des Asylwesens unterstützen wolle, meinte Golta weiter.

Juch-Areal nur als Ausweichstandort

Das neue Bundeszentrum soll den Testbetrieb auf dem Juch-Areal in fünf Jahren ablösen und vorerst für 15 Jahre betrieben werden – mit der Option auf eine Verlängerung um zehn Jahre.

Ein schwarzer Mann mit pinkigen T-Shirt sitzt auf einem Gartenstuhl.
Legende: Schnelle Entscheide für die Asylbewerber: Die Stadt will definitiv ein Bundesasylzentrum auf dem Duttweiler-Areal. Keystone

Ursprünglich war bereits der Testbetrieb auf dem Duttweiler-Areal in Zürich-West geplant gewesen. Doch die Quartierbevölkerung hatte Widerstand angekündigt und die Stadt war in Zeitnot. Deshalb wechselte sie für den Testbetrieb den Standort.

«Vor zwei Jahren fehlte uns die Zeit für das Duttweiler-Areal», sagt Raphael Golta. Nun habe man genügen Zeit und die Stadt hofft, dass die Quartierbevölkerung das Entgegenkommen der Stadt goutiert. Neu sollen nur noch 360 Asylsuchende Platz finden statt der 500, die ursprünglich geplant waren.

Wir werden das Gespräch mit der Bevölkerung suchen. Sie zu überzeugen bleibt aber eine grosse Herausforderung.
Autor: Raphael GoltaZürcher Stadtrat

Tatsächlich sind die Quartierbewohner auch vom neuen Projekt noch nicht überzeugt. «Der Standort ist und bleibt zu klein und den Platz könnte man besser nutzen», sagt Elisabeth Schoch, Präsidentin des Vereins Asylzentrum Zürich West und Mitglied des Gewerbevereins.

«Warum nicht auch etwas fürs Gewerbe?»

Positiv findet Elisabeth Schoch, dass Parlament und Stimmbevölkerung über das Bundeszentrum abstimmen müssen. «Da kann man sich einbringen.» Die Volksabstimmung ist nötig, weil die Kosten für das Projekt 20 Millionen Franken übersteigen dürften. Die Stadt betont allerdings, dass die Miete, die der Bund bezahlt, die Kosten der Stadt vollständig decken wird.

Mit Einsprachen will der Gewerbeverein vorerst zuwarten, zuerst soll der Stadtrat das konkrete Projekt vorstellen. Zusagen würde Elisabeth Schoch, wenn das Bundesasylzentrum auch fürs Quartier einen Mehrwert bringen würde und es vielfältig genutzt werden könnte: «Man könnte mehrstöckig bauen und im Erdgeschoss etwas fürs Gewerbe einrichten oder kleine Läden - oder ein Gemeinschaftszentrum.»

Keine wichtigen News verpassen

Erhalten Sie die wichtigsten Nachrichten per Browser-Push-Mitteilungen.

Push-Benachrichtigungen sind kurze Hinweise auf Ihrem Bildschirm mit den wichtigsten Nachrichten - unabhängig davon, ob srf.ch gerade geöffnet ist oder nicht. Klicken Sie auf einen der Hinweise, so gelangen Sie zum entsprechenden Artikel. Sie können diese Mitteilungen jederzeit wieder deaktivieren.

7 Kommentare

Navigation aufklappen Navigation zuklappen

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Rolf Bolliger, Orpund
    Dieses Asyl-Zentrum, mitten in der Stadt, mit 360 "Asylanten", wird bei einer Annahme an der Urne, auch den Stadtzürcher(innen) ganz nah vor Augen führen, ob dies wirklich alles "an Leib und Seele verfolgte Flüchtlinge" sein werden! Die Zürcher-Polizei wird wohl einige Leute mehr brauchen, um Geschäfte, Industrieanlagen, Privat-Gebäude, parkierte Autos und sogar Menschen vor kriminellen Taten oder deren Aufklärungen in den Dienst schicken zu können! Fakten beweisen die Angst der Bevölkerung!
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von J.Baltensperger, Zürich
    Im Gegensatz zu vielen kleinen "heile Welt" Gemeinden hat Zürich kein Problem, den Ärmsten dieser Welt eine einfach Unterkunft zu bieten bis das Verfahren abgeschlossen ist. Arrogantes Zürich? Arrogant ist allein die Haltung derjenigen, welche vom Leid anderer profitieren aber die negativen Folgen möglichst weit von der eigenen Haustür fernhalten wollen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von W. Schmid, Schweiz
    Super Bild, aber dies sind wir ja gewohnt. Asylbewerber mit Natel am Kopf. Wer bezahlt die eigentlich deren Telefon-Rechnungen, ach ja wir Steuerzahler. Sind vermutlich alles Inlandgespräche! Ober sind es allenfalls tel. ins Heimatland mit dem Inhalt, kommt sofort her, hier bekommt ihr alles umsonst und die dummen CH-Einwohner bezahlen alles. Einmal mehr kommt mir die Galle hoch.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen