Bundesgericht hebt Urteil gegen «Prügel-Polizisten» auf

Als «willkürlich» und «unhaltbar» bezeichnet das höchste Schweizer Gericht ein Urteil des Zürcher Obergerichts. Dieses hatte zwei Polizisten aus Schlieren verurteilt, weil sie einen renitenten Randständigen in dessen Schrebergarten verprügelt haben sollen.

Blick auf ein dunkelbraunes Schrebergartenhaus mit einem vorbeifahrendem Zug im Hintergrund. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Tatort Schrebergarten: Hierhin wurden die Polizisten gerufen, weil ein Streit zwischen Nachbarn eskaliert war. Keystone (Symbolbild)

Es geschah am 24. Juni 2011: Laut Anklage der Zürcher Staatsanwaltschaft haben die beiden Polizisten der Stadtpolizei Schlieren einen betrunkenen und renitenten Randständigen in seinem Gartenhäuschen an der Ifangstrasse brutal verprügelt. Eine Nachbarin des Mannes hatte die Polizisten gerufen, um einen Streit zu schlichten. Der heute 48-jährige IV-Rentner erstattete drei Monate nach dem Vorfall Anzeige.

Polizisten sind nicht geständig

Bereits das Bezirksgericht Dietikon verurteilte die beiden Polizisten, unter anderem wegen Körperverletzung, Freiheitsberaubung und mehrfacher Nötigung. Das Obergericht revidierte das Urteil in einigen Punkten und senkte das Strafmass. Die nicht geständigen Polizeibeamten zogen aber auch dieses Verdikt weiter.

Wie der «Tages Anzeiger» berichtet, erhielten sie nun vom Bundesgericht Recht. Es kritisiert etwa, dass sich das Obergericht auf ein Arztzeugnis stützt, das dem angeblichen Opfer Blessuren und weitere Verletzungen bescheinigt. Woher diese stammten, könne daraus nicht abgeleitet werden, sagt das Bundesgericht.

Das Zürcher Obergericht muss nun den Fall neu beurteilen.