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Bundespräsident Ueli Maurer «Ich kann doch nicht eine Viertelmillion für ein Fest ausgeben»

Ueli Maurer ist mit einem Glanzresultat zum Bundespräsidenten gewählt worden. Im Kanton Zürich feiern will er nicht.

Legende: Audio Interview: Ueli Maurer ist neuer Bundespräsident abspielen. Laufzeit 02:19 Minuten.
02:19 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 05.12.2018.

SRF: Ueli Maurer, Sie wurden mit 201 von 209 Stimmen zum Bundespräsidenten gewählt. Hat Sie dieses gute Resultat überrascht?

Ueli Maurer: Es hat mich sehr überrascht, aber grundsätzlich hatte ich keine Erwartungen.

Aber sie hatten ja Erfahrungswerte. Als sie 2012 zum ersten Mal zum Bundespräsidenten gewählt wurden, holten Sie nur 148 Stimmen. Wie erklären Sie sich diesen Unterschied?

Ich denke man ist im Parlament nun ein wenig milder gestimmt. Das zeigen auch die Wahlgänge bei den Bundesratswahlen vom Mittwoch. Vielleicht haben die Parlamentarierinnen und Parlamentarier auch gemerkt, dass sie vermehrt zusammenarbeiten und weniger polarisieren müssen. Ich glaube zudem, dass ich mein Departement in den letzten Jahren nicht allzu schlecht geführt habe.

Also ist heute ein Finanzminister beliebter als früher ein Militärvorsteher?

Ich wurde damals vermutlich noch ein wenig näher bei der SVP eingeordnet als heute. Das führte vielleicht zu einem Abwehrreflex. Unterdessen spüren die Politikerinnen und Politiker wahrscheinlich meine Unabhängigkeit.

Sie haben in Ihrer Rede zur Zusammenarbeit im Bundesrat aufgerufen. Warum war dieser Aufruf nötig?

Das sind die Erwartungen der Bevölkerung. Sie will ein Team sehen, das Lösungen aufzeigt. Ein Team, das sich streiten darf, am Schluss müssen aber Lösungen auf dem Tisch liegen. Da haben wir gar keine andere Wahl.

Sie kommen aus Wernetshausen in der Zürcher Gemeinde Hinwil, feiern ihre Wahl zum Bundespräsidenten aber weder in Zürich noch in Hinwil. Warum?

Ich bin in der Gemeinde schon mehrere Male gefeiert worden und irgendwann habe ich das auch gesehen. Dafür machen wir in der Gemeinde einen Neujahrs-Apéro, ein wenig ausgiebiger als normal. Und als Finanzminister kann ich doch nicht einfach eine Viertelmillion für ein Fest ausgeben (*lacht).

Es hiess einmal, der Gesamtbundesrat halte eine Sitzung im Kanton Zürich ab. Steht das fest?

Ja das ist so. Das ist quasi die Kompensation für den Ausflug zu den Feierlichkeiten, der ja nicht stattfindet.

Das Gespräch mit Ueli Maurer führte Bundeshaus-Redaktor Curdin Vincenz.

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8 Kommentare

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  • Kommentar von martin blättler (bruggegumper)
    Ein echter Buchhalter.Was kann und darf man von einem Finanzminister erwarten? Genau das,nämlich das Geld nicht aus dem Fenster werfen und schwarze Zahlen schreiben.Herzliche Gratulation,Hr.Maurer und danke.
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  • Kommentar von marlene Zelger (Marlene Zelger)
    Ich gratuliere Herrn Bundesrat Maurer herzlich zur glanzvollen Wahl zum Bundespräsidenten und wünsche ihm viel Glück und Kraft, damit er den Konsens in der Landesregierung fördern kann. Denn mit diesem steht es nicht gerade zum Besten. Schade, dass diese Wahl nicht auch im Fernsehen übertragen wurde. War es, weil er ein SVP Magistrat ist? Und was ich überhaupt an den Bundesratswahlen im Allgemeinen vermisse, ist das Singen der Nationalhymne.
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    1. Antwort von Erich Singer (liliput)
      Wir sind ja hier nicht an einem Länderspiel**
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    2. Antwort von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
      Wir müssen lernen, nicht die Parteien zu studieren und je nach Lust und Laune dessen Wahlvorschläge zu befolgen; wir müssen lernen, auf das eigene Gewissen und den gesunden Menschenverstand zu horchen. Eine Partei vertritt immer „nur etwas parteiisches“ - niemals aber drückt sie ganzheitliches Denken aus; gepaart mit Wissen und Weisheit. Nicht was für den Einzelnen Gut ist, ist wirklich Gut – nur was für ALLE Gut ist, ist wirklich Gut…!
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    3. Antwort von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
      Ganzheitliches, verantwortungsvolles Denken und Handeln ist gefragt und nicht »Parteien-Glamour«
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    4. Antwort von Peter Holzer (Peter Holzer)
      Frau Zelger: „War es, weil er ein SVP Magistrat ist?„ Jetzt lesen wir doch in diesem Beitrag, dass 201 von 209 Stimmen an Herrn Maurer gingen. Ist es nicht schade, wenn sie trotz diesem Resultat die SVP bereits wieder als Opfer darstellen wollen? Das Ergebniss zeigt doch genau, dass es nicht immer um die SVP als Partei geht, sondern um Personen und Themen.
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    5. Antwort von Alex Terrieur (Imfeld)
      Die Fussball-Nationalmannschaft singt diese ja auch nicht! ;-))
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    6. Antwort von Albrecht Lauener (LebendigeEthik)
      Peter Holzer (Peter Holzer), ich glaube Sie haben Frau Marlene Zelger falsch verstanden: Frau Zelger ist eine SVP Befürworterin und sie meinte ihre Gratulation an Bundesrat Ueli Maurer ehrlich und herzlich! Dass sie jetzt noch die Nationalhymne wünscht, ja, da kann man den Kopf schütteln oder zustimmen...................... Mit dem Konsens in der Landesregierung meinte sie "Die Landesregierung" (nicht die SVP)
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