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Zürich Schaffhausen «Carlos» muss nicht ins Gefängnis

Das Bezirksgericht Dietikon hat dem bekanntesten Jugendstraftäter der Schweiz eine Geldstrafe aufgebrummt. Verurteilt wurde er für das Demolieren seiner Zelle im Massnahmenzentrum Uitikon. Vom Vorwurf, er habe einen Mann mit einem Messer bedroht, wurde er freigesprochen.

Legende: Video Teil-Freispruch für «Carlos» abspielen. Laufzeit 01:42 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 28.08.2015.

Sein Fall machte schweizweit Schlagzeilen. Das Sondersetting, das die Jugendanwaltschaft für den jugendlichen Straftäter eingerichtet hatte, sorgte für rote Köpfe und heisse Diskussionen.

Widerrechtlich eingesperrt

Als die Wellen am höchsten schlugen, wurde der junge Mann während Wochen zuerst in einem Gefängnis, später im Massnahmenzentrum Uitikon festgehalten. Dies geschehe zu seinem Schutz, begründete die Jugendanwaltschaft die Massnahme. Das Bundesgericht beurteilte die Massnahme jedoch als widerrechtlich und ordnete die Freilassung des jungen Mannes an.

In der Zeit im Massnahmenzentrum demolierte «Carlos» mehrfach seine Zelle. Dafür – und wegen Hinderung einer Amtshandlung – wurde er vom Bezirksgericht Dietikon am Freitag zu einer Geldstrafe von 33 Tagessätzen à je 30 Franken verurteilt.

Drohung nicht bewiesen

Die Anklage warf ihm aber auch vor, dass er an der Langstrasse in Zürich einen anderen Mann mit einem Messer bedroht haben soll. Sie forderte für «Carlos» deshalb eine Freiheitsstrafe von elf Monaten. Diese sollte zugunsten einer ambulanten Therapie aufgeschoben werden. Die Drohung war für das Gericht aber nicht bewiesen, deshalb wurde der junge Mann in diesem Anklagepunkt freigesprochen.

Weil «Carlos» wegen dieser nicht anerkannten Drohung bereits sechs Monate im Gefängnis sass, wird er nun für die Zeit hinter Gittern entschädigt. Der Staat zahlt ihm eine Entschädigung in der Höhe von 14'300 Franken. Viel profitieren dürfte der 20-Jährige davon aber nicht: Er muss im Gegenzug die Gerichtskosten zahlen.
Ob die Staatsanwaltschaft, die vergeblich eine Freiheitsstrafe von 11 Monaten und eine Therapie für psychisch schwer gestörte Straftäter gefordert hatte, das Urteil weiterzieht, ist noch offen.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Jürg Schär (Herr Thurgau)
    Jöööh Jetzt muss der "arme" Kerl 990 Fr. bezahlen Ich kenne Leute, die - wegen beruflicher Überlastung - für zu spätes Einreichen der Steuererklärung ein mehrfaches bezahlen mussten. um danach festzustellen, dass die Gemeinde für die Veranlagung dann sehr, sehr viel Zeit benötigte
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  • Kommentar von Janigg Clopath (Janni)
    ich dachte es gäbe ein Gesetz in der Schweiz wo man Kriminelle wegweisen kann aus der Schweiz. Nein, statt dessen gibt man solchen noch Geld, obwohl sie noch nie einen Rappen einbezahlt haben. Schweizer die 40 Jahre braf enbezahlt haben und die dann noch Krank werden bekommen nicht mal eine Teilrente....
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  • Kommentar von Bruno Zollinger (Bruno)
    Das ist wieder ein typisches schweizerisches Urteil. Ich persönlich hätte Carlos zu einer 24 Monatigen Therapie in einem Luxushotel auf den Malediven verurteilt. Aber ich bin mir sicher, innert den nächsten zwei Jahren erhält er seine Therapie auf den Malediven, mit persönlichem Therapeut, Kampfsport Trainer und Dienstmädchen. Er wird es lernen, für so eine Therapie muss man in der Schweiz zustechen und nicht nur bedrohen.
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