Casino Zürich: Noch kein «Full House»

Seit einem Jahr wird im Haus Ober in der Stadt Zürich Roulette gespielt, das Glück beim Black Jack oder am einarmigen Banditen versucht. Die Bilanz fällt durchzogen aus. 120 Millionen Franken wollten die Betreiber über die Glücksspiele verdienen. Nun wird nur noch halb so viel erwartet.

Spieltisch im Casino mit verschiedenen Chips Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Das Casino hofft auf neue Gäste, vor allem aus den BRIC-Staaten, die am Roulettetisch Platz nehmen. Swiss Casinos Gruppe

Casino-Direktor Michael Favrod. Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Es geht aufwärts: Casino-Direktor Michael Favrod erlebte einen harzigen Start mit dem Casino. SRF

Es ist das jüngste Casino der Schweiz, das Swiss Casino Zürich. 80 Millionen investierte die Swiss Casinos Holding in ihr jüngstes Baby.

Noch gedeiht dieses aber nicht wie gewünscht: «Wir mussten die Umsatzerwartungen herunterschrauben», räumt Casino-Direktor Michael Favrod gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen» ein. Von 120 Millionen Franken Bruttospielertrag auf die Hälfte - das ist der Ertrag, der aus der Differenz zwischen den Spieleinsätzen und den ausbezahlten Spielgewinnen erfolgt.

Man sieht sich auf gutem Weg

Ausser während des «Sommerlochs» habe man jedoch eine kontinuierliche Steigerung erlebt. Und die beiden letzten Monate des Jahres seien stets die besten. «Wir sind auf gutem Weg», ist Favrod deshalb überzeugt. Trotz guten Aussichten auf einen erfreulichen Abschluss - der Start des Casinos harzte. Schuld daran ist einerseits die Wirtschaftskrise. Andererseits verbringen viele Spieler ihre Zeit lieber in einem virtuellen Spiel-Casino im Internet. Seit ein paar Jahren kämpfen deshalb alle 21 Schweizer Casinos um Kundschaft.

Männerabende mit Erotikshows statt Krawattenzwang

Mit verschiedenen Massnahmen, zum Beispiel Spezialtagen für Frauen oder Erotikshows für Männer, versucht das Casino Zürich mehr Gäste anzulocken.

Zusätzlich musste das Casino jedoch auch die Erwartungen an die Gäste herunterschrauben: Bereits nach einem halben Jahr lockerte es die strengen Kleidervorschriften: «Man kann von den Herren nicht mehr verlangen, dass sie mit Anzug und Krawatte ins Casino kommen. Man geht so nicht mehr in den Ausgang, auch in die Oper gehen die Leute mit Jeans.»

Zusammenarbeit mit Zürich Tourismus

Die meisten Gäste, die bisher ins Casino strömten, stammten aus der Schweiz. Das Casino möchte jedoch auch mehr Gäste aus dem Ausland anlocken. Das Swiss Casino Zürich zahlt deswegen 1.3 Millionen Franken in einem Leistungsvertrag an Zürich Tourismus, damit mehr Touristinnen und Touristen den Weg ins Casino finden.

Vor allem die Gäste aus den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) «gelten als sehr spielaffin», bestätigt Zürich Tourismus-Direktor Martin Sturzenegger gegenüber dem «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Als Test führt das Casino nun einen Mahjongg-Spielabend durch, ein Glücksspiel, das in China äusserst beliebt ist. Durchgeführt wird es im Februar, wenn China Neujahr feiert - und viele Chinesinnen und Chinesen auf Reisen gehen.