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Chefin der Zürcher Samichläuse «Der Samichlaus ist und bleibt männlich, basta!

Karin Diefenbacher ist die erste Frau an der Spitze der Zürcher St. Nikolausgesellschaft. Traditionen sind ihr wichtig.

Legende: Audio Interview mit Karin Diefenbacher abspielen. Laufzeit 12:52 Minuten.
12:52 min, aus Regionaljournal Zürich Schaffhausen vom 09.12.2018.

Vom einfachen «Eseli» bis zur Chefin von 44 Samichläusen und 54 Schmutzlis: Der Aufstieg von Karin Diefenbacher zur Präsidentin der St. Niklausgesellschaft Zürich, der grössten Chlaus-Vereinigung im ganzen Land, verlief über neun Jahre. Im Mai setzte sich Diefenbacher in einer Kampfwahl durch. Ihr Start war also mit Turbulenzen verbunden. Im Interview blickt sie zurück auf den Anfang und erzählt, an welchen Traditionen sie unbedingt festhalten will.

Karin Diefenbacher

Karin Diefenbacher

Präsidentin der Zürcher St. Niklausgesellschaft

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Die heute 54-Jährige begann als Fahrerin - genannt «Eseli» - und arbeitete sich in neun Jahren hoch zur Präsidentin. Im Mai wurde Karin Diefenbacher gewählt. Damit lenkt in der 70-jährigen Geschichte der Gesellschaft zum ersten Mal eine Frau die Samichläuse und Schmutzlis in Zürich. Diefenbacher steht rund hundert Personen vor, die alle ehrenamtlich arbeiten.

SRF News: Ein halbes Jahr ist vergangen, seit ihrer turbulenten Wahl zur Chefin der Zürcher Samichläuse. Wie haben Sie diesen Tag in Erinnerung?

Karin Diefenbacher: Nicht so schön. Aber ich habe mit Widerstand gerechnet und habe mir gesagt, dass das halt so ist, wenn ein neuer Chef kommt. Damit sind nie alle einverstanden.

Es gab sogar böse Briefe nach ihrer Wahl. Wie sind Sie damit umgegangen?

Anfangs habe ich noch geantwortet, aber ich hab mir dann gesagt, das ist nicht mein Problem. Sehr viele Leute haben mich unterstützt und begleitet in dieser Zeit und ich wusste, dass ich mich auf sie verlassen kann.

Wieso wollten Sie dieses Amt überhaupt übernehmen?

Die Zufriedenheit und die Ruhe der Samichläuse und Schmutzlis gefällt mir und alle sind mit wahnsinnig viel Herzblut dabei. Ausserdem finde ich es schön, jemanden eine Freude zu machen in dieser hektischen Zeit.

Frauen dürfen bei der Zürcher St. Nikolausgesellschaft nicht Samichlaus oder Schmutzli sein. Bleibt das auch mit Ihnen als Chefin so?

Ja, das bleibt ganz sicher so. Der Samichlaus ist männlich, basta! Heute wird an allem gerüttelt und alles muss modern sein. Der Samichlaus ist eine Tradition und auch wenn das für viele nicht mehr zeitgemäss ist, für uns ist das gut so.

Das Gespräch führte Nadine Markwalder.

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