Dank Prävention nicht in die Schuldenfalle tappen

Das neuste Handy, die angesagten Markenjeans, das Partywochenende. Junge Erwachsene verschulden sich überdurchschnittlich oft. Damit es gar nicht soweit kommt, werden seit einem halben Jahr Stadtzürcher Oberstufenklassen von Schuldenberatern besucht - mit Erfolg.

Mann mit zwei Broschüren in der Hand Bild in Lightbox öffnen.

Bildlegende: Gregor Mägerle besucht die Jugendlichen in der Schule. Diese sprechen gerne über Geld, haben aber häufig keine Ahnung. srf

Junge Menschen sprechen zwar gern über Geld, viele verfügten aber über keinerlei Kompetenz im Umgang damit, sagt Gregor Mägerle im «Regionaljournal Zürich Schaffhausen». Er leitet das neu geschaffene Kompetenzzentrum Schuldenprävention der Stadt Zürich. «Das ist ein interessantes Thema. Viele haben aber noch nicht gelernt, wie teuer das Leben ist.» In den Schulklassen zeige man deshalb, wie man ein Budget mache.

Bereits haben gegen 300 Schülerinnen und -schüler der 3. Sekundarklasse von den neuen Schuldenexperten profitiert. Sie informieren aber auch an Elternabenden über die Problematik und vermitteln Tipps für Eltern von Jugendlichen.

Junge Erwachsene verschulden sich überdurchschnittlich oft

Eigentlich spiele es gar keine Rolle, ob jemand aus armen oder reichen Verhältnissen stamme, sagt Gregor Mägerle. Ob sich jemand verschulde, hänge vielmehr davon ab, «ob jemand in seiner Jugend gelernt hat, mit Geld umzugehen».

Viele junge Menschen am Übergang von der Schule in die Arbeitswelt hätten «keine Vorstellung, was das Leben kostet – von der Wohnungsmiete über die Krankenkasse bis hin zum eigenen Auto», sagte Mägerle. In den Workshops würden nicht nur Tipps im Umgang mit Geld gegeben, sondern auch Budgets erstellt.

Eltern rät Mägerle zu möglichst weit gehender Offenheit in finanziellen Fragen. Jugendliche, die eine ungefähre Vorstellung hätten vom Haushaltsbudget der Eltern, seien nämlich fürs Leben besser gerüstet.

Schwierigkeiten bei Job- und Wohnungssuche

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Anzahl Betreibungen stabil

2013 sind in der Stadt Zürich 122'086 Betreibungen eingeleitet worden (+1,8 Prozent). Im Verhältnis zur Einwohnerzahl blieb die Zahl der Betreibungen in den letzten zehn Jahren etwa gleich.
Am meisten Betreibungen gibt es bei den 27- bis 31-Jährigen (15'730).

Die Schülerinnen und Schülern werden von den Fachleuten auch über die häufig schwerwiegenden Konsequenzen einer Verschuldung aufgeklärt. Die angehäuften Schuldenberge begleiteten und belasteten die Jugendlichen oft über Jahre.

Schwierigkeiten bei Job- und Wohnungssuche drohten, weil Arbeitgeber und Vermieter immer häufiger Betreibungsauskünfte einholten. Diese Erfahrung macht Bruno Crestani, der das Stadtammannamt im Zürcher Kreis 4 leitet und dort auch für Betreibungen zuständig ist. Eine Wohnung zu finden sei ja ohnehin schwierig. Für diejenigen, die keinen sauberen Betreibungsregisterauszug vorlegen könnten, sei die Suche praktisch unmöglich.

Ziel des Schuldenpräventionsteams ist es, in jedem Schuljahr in allen Abschlussklassen der Oberstufe in der Stadt Zürich einmal einen Workshop durchzuführen. Dieser besteht aus drei Lektionen und ist für die Schulen kostenlos.